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Im Westen was Großes

Die Vorstellung der Machbarkeitsstudie zum Kulturparkumzug ins Gaswerk wird zum referatsübergreifenden Bekenntnis zum "Kreativwerk" in Oberhausen...

Den Preis für die größte Pressemappe hat das "neue Gaswerk" schon mal abgeräumt. Der 42 auf 30 Zentimeter messende Prospekt ist nur ein Hinweis auf die Größe des Projekts, das am Donnerstag im Vortragssaal der Stadtwerke vorgestellt wurde.

Dabei hätte es eine sehr trockene Geschichte werden können. Ob der Kulturpark West von seinem jetzigen Standort in der früheren Reese-Kaserne auf das Gaswerkgelände in Oberhausen umziehen kann und was das kosten würde – diese Fragen sollte ein internationales Architektenteam klären. Die Vorstellung der Ergebnisse geriet dabei zu einem referatsübergreifenden Bekenntnis zum "Kreativwerk" im Augsburger Westen.

Nach einer kurzen Einführung durch den Hausherrn, Stadtwerke-Geschäftsführer Claus Gebhardt, übernahm OB Kurt Gribl das Wort, der – nicht als Erster und schon gar nicht als Letzter – die Bedeutung des Projekts für die Bereiche Kultur, Städtebau und Wirtschaft betonte. Dementsprechend hatten um ihn herum die Augsburger Referenten Eva Weber (Wirtschaft), Gerd Merkle (Bau) sowie Peter Grab (Kultur und Sport) Platz genommen. Die Kurzpräsentation der Studie übernahm Gundula Cordes (Amsterdam) stellvertretend für das verantwortliche Architektenteam, dem neben Cordes Vertreter aus Utrecht und Essen angehörten.

Die Präsentation ähnelte dabei eher einer Ideenwerkstatt, die Architekten zeigten teilweise komplett neue Vorschläge für die Gestaltung des Areals, wie die Unterbringung der Bandproberäume in einem vierstöckigen Neueinbau im Scheibenglasbehälter (Gaskessel) und den Abriss der beiden benachbarten Teleskopgasbehälter, um u.a. eine neue Eingangssituation und weitere Neubebauung (aka Nachverdichtung) zu ermöglichen. Für das Ofenhaus sieht die Studie eine Haus-in-Haus-Lösung für Ateliers und Studios vor, das Reinigergebäude soll zur Veranstaltungshalle werden, die "grüne Insel" Gaswerk mit ihrem reichen Baumbestand zum "Bürgerpark".

Ideen, von denen sich die nahezu komplett angetretene Stadtspitze begeistert zeigte. Von einer "einmaligen Chance für die Kultur- und Kreativszene" sprach Baureferent Merkle unisono mit Wirtschaftsreferentin Weber, Kulturreferent Grab ergänzte: "Hier ist alles denkbar" u.a. in Gedanken an die Sanierung des Großen Hauses und mögliche Ausweichorte für das Theater Augsburg oder auch das Brechtfestival. Der Kulturpark soll als "Keimzelle" ein Anziehungspunkt für weitere Ansiedlungen aus der Kreativwirtschaft werden, die laut Weber in Augsburg bereits 20.000 Arbeitsplätze stellt.

Dem OB blieb es schließlich überlassen, den Bedenkenträger zu spielen, wenn auch nur kurz. Die Studie lieferte eine Gesamtkostenschätzung von 25 bis 30 Millionen Euro. "Es ist finanzierbar", sagte Gribl, der dabei auf "erhebliche Fördermittel" vor allem aus dem Denkmalschutz setzt. Auf Nachfrage beruhigte der OB darüber hinaus die jetzigen Mieter des Kulturparks: "Es wird keiner auf der Straße stehen, auch wenn 2017 der Umbau vielleicht noch nicht abgeschlossen ist." Im November 2017 endet der Mietvertrag des Kulturparks West.

Im Mai 2014 soll eine "Zukunftswerkstatt" starten, in der sämtliche Beteiligten – das Presseheft spricht von "Bürger, Kreative, Experten, Planer, Politik Verwaltung etc." – bei der weiteren Planung einbezogen werden, um den "Masterplan Kreativwerk" zu erstellen. Die Diskussionen zu Gestaltung, Finanzierung etc. haben indes längst begonnen, bereits am Donnerstagnachmittag wurde die Studie im Stadtrat vorgestellt. (flo)

Das Foto oben zeigt v.l.: Gerd Merkle, Kurt Gribl, Claus Gebhardt; unten: Cover des Pressehefts (Ausschnitt)

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