Augsburg ist weiter ein Hotspot für Kreative

Studie zeigt Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft auf.

* Anteil von 10,6 Prozent an Gesamtwirtschaft
* 1096 Unternehmen mit 4851 Beschäftigten
* Jahresumsatz rund 600 Millionen Euro
* Augsburg im Städtevergleich auf Rang 4

Augsburg zählt innerhalb Bayerns und bundesweit weiter zu den starken Standorten der Kreativ- und Kulturwirtschaft (KuK). Der Anteil an kultur- und kreativwirtschaftlicher Unternehmen liegt aktuell bei 10,6 Prozent. Grundlage dieser Erhebung ist eine statistische Auswertung der KuK, mit der Michael Söndermann vom Büro für Kulturwirtschaftsforschung in Köln vor mehr als drei Jahren beauftragt wurde. Jetzt wurden im Wirtschaftsförderungs-, Beteiligungs- und Liegenschaftsausschuss aktuelle Ergebnisse der fortgeschriebenen Studie vorgestellt.

Jahresumsatz liegt bei 600 Mio. Euro

Die Branche besteht in Augsburg aus knapp 1100 Unternehmen, in denen mehr als 4.800 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte tätig sind. Der Jahresumsatz beträgt rund 600 Millionen Euro. Im Branchenvergleich der Umsätze belegt die KuK immer noch den fünften Platz hinter den traditionell umsatzstarken Wirtschaftsbranchen Energieversorgung, Maschinenbau, Einzelhandel und der Gesundheits- bzw. Sozialbranche. Dies ist umso bemerkenswerter, als im Untersuchungszeitraum Umstrukturierungen in den Geschäftsbereichen bei Weltbild stattgefunden haben, die sich auf die Umsatzstruktur im Augsburger Literaturmarkt ausgewirkt haben.

Unternehmens- und Beschäftigtenzahl gestiegen

Insgesamt zeigt die Branche sowohl in Bayern als auch in Augsburg positive Entwicklungsmuster. Im Bereich der Unternehmensentwicklung stieg die Zahl der Unternehmen um sechs Prozent an und legte damit im Vergleichszeitraum stärker zu als die Gesamtwirtschaft. Eine ähnlich stabile Entwicklung lässt sich innerhalb der Branche auch bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten feststellen. „Die Fortschreibung der Studie zeigt uns deutlich, dass die KuK in Augsburg weiterhin eine wichtige Rolle spielt“, kommentiert Wirtschaftsreferentin Eva Weber die Ergebnisse der Studie. „Es bestätigt uns darin, unsere Bemühungen, die wir als Stadt zur Stärkung dieser wichtigen Zukunftsbranche in den zurückliegenden fünf Jahren unternommen haben, weiter fortzusetzen.“ Die KuK gilt nicht zuletzt deshalb als wichtige Branche, weil dort neue Ideen, Geschäftsmodelle und Technologien erprobt werden, die dann in weite Bereiche der Wirtschaft ausstrahlen. Gemessen an der Zahl der Unternehmen erreicht die Designwirtschaft innerhalb der KuK der Stadt Augsburg einen Anteil von 21 Prozent und stellt damit den größten Teilmarkt.

Insbesondere die Beschäftigtenzahlen sind seit 2016 stark gewachsen. Danach beschäftigt die Designbranche 621 Erwerbstätige und entwickelt sich in Augsburg besser, als in Bayern insgesamt.
Der Architekturmarkt bleibt ebenfalls ein robuster wirtschaftlicher Faktor in der Stadt mit einer konstant stabilen Entwicklung.

Aktivitäten der Wirtschaftsförderung

In der Studie sind fünf Handlungsfelder beschrieben, die der Stadt Augsburg im Hinblick auf die KuK zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten bieten:
* Sichtbarkeit erhöhen
* Branchenverständnis stärken
* Netzwerke und Synergien fördern
* Wissenstransfer und Qualifizierung unterstützen
* Räume und Diskurse bieten bzw. anstoßen

„Im Grunde genommen entscheiden wir schon jetzt, ob wir uns Effekte in diesen Bereichen erhoffen oder nicht“, erklärt Eva Weber. „Mit der Zwischennutzung von Leerständen werden beispielsweise gleich mehrere Handlungsfelder abgedeckt. Ein Projekt wie „Zwischenzeit“ in der Annastraße bietet Raum für Experimente, die Teilnehmer sammeln Erfahrungen und tauschen sich darüber aus. Sie präsentieren ihre Marken, Angebote oder Produkte in einer innerstädtischen Lage, was wiederum zur Wahrnehmung in Presse und Öffentlichkeit führt. Ähnlich lässt sich auch unsere Beteiligung bei der Entwicklung
des Gaswerk-Areals, die Organisation von verschiedensten Netzwerktreffen, die Unterstützung von Akteur-Initiativen wie jüngst dem „Auxelerator“ oder der Club- und Kulturkommission Augsburg e. V. (CUKK) einem oder mehreren der Handlungsfelder zuordnen.“

Wichtige Impulse der Initiative „Augsburg gründet!“

Im Handlungsfeld Wissenstransfer und Qualifizierung spielen die städtische Initiative „Augsburg gründet!“ und die damit verbundenen Koordinierungs- und Netzwerkaktivitäten eine wichtige Rolle. „Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern Uni, Hochschule, Gründerzentren, Kammern und Landkreise haben wir uns bewusst dafür entschieden, das Thema Gründung ohne besonderen Fokus auf bestimmte Branchen oder Unternehmensarten anzugehen. Die KuK findet hier genauso zu ihren Ansprechpartnern und Unterstützern, wie Gründerinnen und Gründer in Handwerksberufen, mit Handelskonzepten oder aus dem Technologiebereich,“ erläutert Eva Weber den Ansatz.

„Hierfür sind Plattformen wie das Gründer PICNIC von besonderer Bedeutung, wo der Austausch auf niederschwelliger Ebene helfen kann, die richtigen Unterstützungsangebote für das eigene Vorhaben schneller zu identifizieren oder einfach nur eine gewisse Schwellenangst zu überwinden.“

Neue Finanzierungsformen wie Crowdfunding entwickelt Da auch Finanzierungswissen bei der Umsetzung von Vorhaben eine entscheidende Rolle spielt, haben sich neue Finanzierungsformen wie etwa das Crowdfunding entwickelt und etabliert. „Eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne kann ein wichtiger Impuls sein, das eigene unternehmerische Denken und Handeln zu erproben bzw. zu überdenken. Hier wollen wir in Zukunft als Wirtschaftsförderung ansetzen und potentiell nachhaltige Gründungen bei der Umsetzung durchdachter Crowdfunding-Kampagnen unterstützen. Ein entsprechendes Konzept wird im November dem zuständigen städtischen Gremium vorgelegt“, so Wirtschaftsreferentin Eva Weber.

Orientierungsgespräche für Kulturschaffende

Weiterhin bietet die Wirtschaftsförderung auch Orientierungsgespräche für Vorhaben im Bereich der KuK an. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kulturschaffende, die ihre Ideen und Projekte unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Tragfähigkeit und einer erwerbsorientierten Ausrichtung unter die Lupe nehmen wollen. (pm)

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