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"Ich möchte unbedingt mal bei 'Schlag den Raab' mitmachen!"
Sascha Mölders hat sich mit seinem Siegtreffer gegen den FC Bayern in Augsburg unsterblich gemacht. Der Malocherkicker aus dem Ruhrgebiet ist einer der Lieblingsspieler der "11-Freunde"-Redaktion und hat mit seiner Art und Weise Fußball zu spielen schon lange die Herzen der hiesigen Fans erobert. Walter Sianos traf ihn vor dem letzten Spieltag.
Noch ein Spiel, dann neigt sich eine großartige Saison dem Ende zu. Wie ist das so als Spieler auf der Zielgeraden? Spürt man, wie der Akku langsam leer wird?
Also von "Akku leer" kann gar keine Rede sein, die Mannschaft ist noch topfit und wir werden alles daran setzen, das letzte Spiel zu gewonnen.
Schon Urlaubspläne gemacht?
Ja schon, wir werden wie die letzten Jahre wieder eine Kreuzfahrt auf der "Aida" machen.
Bei den Interviews im Stadionkurier wird immer die Frage an Spieler gestellt, welche drei Kollegen sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden. Unangefochten auf Platz eins bist du!
Echt? Das freut mich natürlich sehr. Es gibt im Prinzip keinen Tag, an dem ich schlecht drauf bin, ich bin eine Frohnatur und ein positiver Mensch. Und ich bin auch jemand, der für jeden Spaß zu haben ist. Vielleicht deswegen.
Auch die Redaktion des Fußballmagazins „11 Freunde“ hat dich als Lieblingsspieler auserkoren.
Das habe ich schon mitbekommen. Das resultiert aus dem Spiele gegen Hoffenheim letztes Jahr, wo ich mir die Nase gebrochen und weitergespielt habe. Das ist wohl der Stoff, den Fußballromantiker lieben (lacht).
Du bist ein sehr volksnaher Typ und so etwas wie eines der letzten Exemplare der aussterbenden Gattung Straßenfußballer. Liegt das auch ein bisschen an deiner Ruhrpottmentalität?
Ja, bei uns im Pott sind die Leute sehr direkt. Wenn sie einen nicht mögen, dann sagen sie dir das auch direkt ins Gesicht. Das ist eine Eigenschaft, die ich schon mag.
Ich finde du bist ein sehr authentischer Typ.
Ich habe eine ganz normale Ausbildung gemacht, in der es 400 Euro im Monat gab. Ich habe lange in der Bezirksliga für lau gespielt. Ich weiß, was es heißt, mit wenig Geld auszukommen. Solche Erfahrungen haben mich geprägt, ich weiß, wo ich herkomme und das vergesse ich auch nicht.
Du kommst aus Essen, hast früher auch für RWE gespielt und nie ein Geheimnis aus deiner Zuneigung gemacht. Beim unserem letzten Interview hast du gesagt, dass du eines Tages noch mal deine Schuhe für diesen Club schnüren willst.
Ich habe eineinhalb Jahre für RWE gespielt und der Club war schon immer mein Lieblingsverein, ich war als Kind und Jugendlicher immer an der Hafenstraße. Die Atmosphäre dort ist immer noch unglaublich gut, trotz Regionalliga strömen die Fans ins Stadion. Aber ob es noch mal was mit Essen wird? Wir haben uns hier in der Region ein Haus gekauft und planen unsere Zukunft auch hier, wir fühlen uns sehr wohl. Ich mag den Ruhrpott sehr, aber wir glauben, dass unsere Kinder hier eine bessere Zukunft haben.
Vor ein paar Wochen bin ich beim Zappen auf „Sport 1“ hängengeblieben. Dort kam eine Fußballtalkshow aus der Essener Sportbar „11 Freunde“. Im Hintergrund war ein Mann mit einem FCA-Trikot zu sehen, der sich später als dein Vater entpuppte. Die Identifikation mit dem FCA scheint sehr groß zu sein.
Genauso ist es! Meine ganze Familie ist inzwischen vom FCA-Virus befallen. Ich wusste, dass mein Vater da hingeht, die wollten auch, dass ich zugeschaltet werde, aber das wollte ich dann nicht.
Du wohnst in Kissing und bist dort sehr aktiv. Deine Frau und du engagieren sich als Trainer in der Jugendabteilung, du bist der sportliche Leiter der Fußballabteilung, deine Frau spielt aktiv bei den Damen.
Wir nehmen am Leben dort teil und es macht uns sehr großen Spaß, beim Kissinger SC aktiv zu sein.
Ist das eine Richtung, die du dir nach Karriereende vorstellen könntest?
Es ist im Moment noch etwas zu früh, darüber etwas zu sagen, denn ich will schon noch einige Jahre aktiv spielen. Aber denkbar ist das definitiv, denn es macht mir sehr großen Spaß, die Jugendlichen zu trainieren. In diese Richtung könnte es schon gehen.
Ihr seid quasi das Gegenstück zum Glamourpaar van der Vaart. Wäre denn eine Soap denkbar, "Die Mölders"?
"Die Mölders"? Um Gottes Willen, nein, das wäre ganz und gar nichts für uns.
Lass uns noch einmal kurz auf das Spiel gegen den FC Bayern zurückblicken. Was ging in dir vor, als du nach dem genialen Pass von Daniel Baier alleine auf Manuel Neuer zugelaufen bist?
Ich habe ja schon öfters gegen Manuel gespielt und ich wusste in diesem Moment, dass es umso schwieriger wird, ein Tor zu machen, desto näher man an ihn rankommt. Flach wollte ich auch nicht spielen, da er unglaubliche Reflexe hat. Da gab es also nur eine Alternative, den Ball hoch reinzujagen.
Was ja wunderbar geklappt hat. Was ging in diesem Moment in dir vor, als der Ball im Netz zappelte?
Jedes Tor ist ein geiles Gefühl und natürlich war ich in diesem Moment auch richtig happy. Aber ich wusste, dass noch eine Stunde Spielzeit vor uns lag, deswegen ging die Konzentration gleich wieder ins Spiel über. So richtig bewusst wurde mir das Ganze erst nach dem Spiel.
Was war anstrengender? Das Spiel oder der Gratulationsparcours danach?
Natürlich das Spiel, aber klar, die Resonanz danach war schon überdurchschnittlich. Meine Facebookseite war voller Kommentare, meine Mailbox war dicht, das Telefon hat ständig geklingelt, irgendwann habe ich dann mein Handy weggelegt, weil es mir zu viel wurde.
Wie lange hat das Nachbeben auf der Straße gedauert?
Es ging schon noch einige Tage. Es ist schön, wenn sich die Menschen mit mir freuen, aber ich kann das ganz gut einschätzen, unter den Gratulanten waren auch viele, die sich sonst nicht melden.
Zum letzten Heimspiel empfängt der FCA die Eintracht aus Frankfurt. Falls der FCA gewinnt und Mainz sein Heimspiel gegen den HSV nicht, ja dann.... dann winkt der Europapokal. Eine mehr als mittlere Sensation!
Ich will da gar nicht groß drüber reden. Erst einmal müssen wir unserer Hausaufgaben machen, aber wir werden mit Vollgas in diese Partie gehen und dann schauen wir mal, was in Mainz passiert!.
Welche drei Mitspieler würdest du denn auf eine einsame Insel mitnehmen?
Dachte ich mir schon fast, dass diese Frage jetzt folgt (lacht). Ehrlich, die Entscheidung ist zu schwer, deswegen nehme ich gleich die ganze Truppe mit.
Was macht dich glücklich außer Job und Familie?
Mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und zu trainieren.
Was bringt dich in Rage?
Menschen, die mich anlügen. Da bin ich Elefant, so etwas merke ich mir.
Für welches Produkt wärst du die perfekte Werbeikone?
Das ist einfach: für Nasenpflaster!
Was verpasst du nur sehr ungern im TV?
"Schlag den Raab", da würde ich zu gerne einmal mitmachen!
Ist das jetzt eine öffentliche Bewerbung?
Ja, ich wäre dabei!
Foto: Charlie Sono






