Ein Bing in Ehren

Ups, was war das denn gestern? Return Of The Hausfrauentatort? Miss Moppl und der Erdkundelehrer? Und kein Frankfurtklischee weit und breit! Keine Banker, keine Skyline, keine Okkupisten – stattdessen die Frischlinge Anna Janeke (gespielt von Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) und eine Familientragödie.

Das neue Ermittlerteam setzt Hessen wieder auf die Tatort-Karte, vor allem weil man beim Zuschauen nicht dauernd den Kopf schütteln muss. Natürlich ist wieder viel zusammenkonstruiert und -fabuliert, die ominöse CD, der Psycho-Doc, die Sache mit dem Topinambur, die französische Vermieterin mit dem Megaphon und der Stereoanlage im Gewächshaus, der creepy Postbote... Und dass die vertrottelte Kommissarin so ziemlich alles rumliegen lässt, was in eine Damenhandtasche passt, inklusive Dienstwaffe? Geschenkt.

Vor lauter Wohlfühlermittlungen mit reichlich Rückblenden und Splitscreens verzeiht man die Schwächen der Geschichte, die nur zum Ende hin etwas Längen hatte. Und teilweise war's sogar richtig witzig, nicht zuletzt wegen des Chefs der beiden. Anders formuliert: Wir sagen jetzt nicht "bingo!", aber ein "Bing!" war's allemal. (flo)

Rubrik: 

Weitere News zum Thema

Die Kunst, sich selbst auf den Arm zu nehmen

Verfasst von Neue Szene am 28.12.2015

...und das Scheitern daran. Der groß angekündigte Tatort "Wer bin ich?" spaltet angeblich die Nation...

Hagen im Harz

Verfasst von Florian Kapfer am 12.10.2015

Der Tatort bearbeitet mal wieder deutsche Geschichte. Fazit: In der Provinz sind sogar die Gartenzwerge rechtsradikal...

Tauben, Tanten, Tralala

Verfasst von Neue Szene am 21.09.2015

Der bayerische Jubiläumstatort zur Wiesn ist eher was für Touristen: Hauptsächlich Klischee und schlecht eingeschenkt...