Housekeeping!

Bis 21.10 Uhr war's eigentlich ganz lustig gestern beim Ludwigshafener Tatort "Roomservice". Dann stellte die Gattin des lüsternen Ex-Ministerpräsidenten die Frage, die Kommissarin Lena Odentahl regelmäßig aus den Joggingschuhen kippen lässt: "Haben Sie Familie?" Hat sie natürlich nicht, die Knautsch-Lena, nur ihren italienischen WG-Genossen, der sich zunehmend aus der Altkleidersammlung zu bedienen scheint, und früher mal einen Kater, glauben wir.

Okay, dass man gleich wieder allerlei "aktuelle Themen" wie die Ausbeutung von osteuropäischen Arbeitskräften, den Fall Dominique Strauss-Kahn und die Frauenquote abhandeln muss, scheint in der Mission der Tatort-Schreiber zu liegen, aber es sind ja auch paar Bonmots rumgekommen: "Gute Frauen brauchen keine Quote" oder "Reiche Menschen machen den meisten Dreck". Außerdem gab's Tipps zum Verhalten in Hotels: "Nie aus Gläsern trinken, wir haben nur einen Lappen und wenig Zeit", rät die erfahrene Putzkraft.

Den Schmierjournalisten im Unterhemd verzeihen wir angesichts von Suzanne von Borsody mit Lockenwicklern, und die junge LKA-Ermittlerin mit dem Hang zur ganz genauen Rekonstruktion könnte man sich gut vorstellen als kommende Kommissarin, quasi die pfälzische Meret Becker. Die Muffelcops Lena Odenthal und ihr fusselnder "Pasta & Wein"-Kollege Kopper haben eine Ablösung auf jeden Fall verdient. "Tatortkeeping", bitte! (flo)

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