Und die Rocker spielen Mikado...

Ein ganz normaler Tatort – das es so was noch gibt! Das bedeutet freilich auch, dass man sich nach einer Stunde fragt, wie lang das eigentlich noch gehen soll, denn richtig spannend war's nicht.

Und wie immer gilt: Kein Kommissar ohne dramatische Vergangenheit! Das ist Standard, sonst sind die Damen und Herren Gesetzeshüter vermutlich zu langweilig gegenüber ihren skandinavischen und englischen Kollegen... Es sei in dem Zusammenhang nur mal kurz daran erinnert, dass es auch schon "Ermittler" wie Gustl Bayrhammer, Willy Harlander und Helmut Fischer gegeben hat, aber das nur am Rande.

Die neuen Frankfurter sind vor allem eins: sympathisch. Und harmlos. Selbst der knuffige Chef spielt mit bei den unorthodoxen Ermittlungsmethoden von Paul Brix und seiner Kollegin mit dem Kamerafetisch, Anna Jannecke. In Frankfurt steht selbstredend das Rotlichtmilieu im Mittelpunkt, aber immer mit hessischer Gemütlichkeit: Die Rocker spielen Mikado, die Chefin der Russenmafia zeigt allzu menschliche Züge und auf Murats Autoschrottplatz darf auch jeder machen, was er will.

Sagen wir's mal so: Es gibt Hoffnung in Frankfurt – wobei Joachim Król und Nina Kunzendorf die Latte natürlich ziemlich hoch gelegt haben. Andererseits musste man in der Stadt am Main auch schon die stets vor der Ohmmacht stehende Andrea Sawatzki ertragen... (flo)

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