Die blaue Blume - Ein Symbol der deutschen Romantik
Verfasst von Neue Szene am 20.04.2026
Am 24.04. gastiert das Klexs Theater mit Augsburg München Schauspiel im Abraxas

Släpstick – „Schërzo“: Ein Abend voller Überraschungen
Stadthalle Neusäß. Släpstick zeigt in Schërzo, wie Musik, Comedy und Theater mühelos ineinandergreifen. Ein Abend, der sich konsequent jeder eindeutigen Kategorie entzieht.
Schon bevor der erste Ton erklingt, ist klar: Dieser Abend wird sich nicht an Konventionen halten. Schërzo beginnt nicht erst auf der Bühne, sondern bereits vor dem offiziellen Programmbeginn. Tickets werden kontrolliert – allerdings nicht nüchtern, sondern auf Clownsart: hoch in die Luft gehalten, skeptisch beäugt, performativ auf Echtheit geprüft. Die Grenze zwischen Bühne und Publikum ist von Beginn an aufgehoben.
Interaktion ist der Grundzustand. Während die Gäste ihre Plätze einnehmen und sich der Raum füllt, sind die Musiker bereits präsent. Sie lassen sich fotografieren, setzen sich in Szene und brechen bewusst Distanz auf. Krawatten fliegen ins Publikum, Besucher werden pantomimisch aufgefordert, sie anzulegen. Alles geschieht selbstverständlich, als gehöre es genauso zum Abend wie die Musik selbst – lange bevor Punkt 19 Uhr der erste offizielle Einsatz erfolgt.
Ein Mann aus der ersten Reihe erhält eine Violine, ein anderer eine Ukulele, später kommen Trompete und Kontrabass hinzu. Ob jemand ein Instrument spielen kann, spielt keine Rolle. Aus Zuschauern wird eine improvisierte Band. Nichts wirkt zufällig, auch wenn alles so aussieht – begleitet von frühem Gelächter und begeistertem Applaus.
Über die folgenden 90 Minuten entfaltet sich ein Parforceritt durch musikalische Stile, theatrale Formen und physische Komik. Mehr als 30 Instrumente kommen zum Einsatz – klassische, absurde, zweckentfremdete. Musik entsteht aus Dingen, aus Körpern, aus Situationen. Man spürt, dass hier nicht experimentiert wird, sondern aus großer Erfahrung geschöpft wird.
Släpstick spielt nicht nur Instrumente – sie spielen mit ihnen. Besonders eindrücklich ist der Versuch, beinahe wie siamesische Vierlinge, als eine Einheit mehrere Instrumente gleichzeitig zu bedienen. Virtuosität wird nicht ausgestellt, sondern karikiert. Ein Schlagabtausch mit Streichinstrumenten eskaliert zur Slapstick-Szene: Zähne fliegen, eine Zuschauerin mischt mit, ein Katz-und-Maus-Spiel führt mitten durch den Saal.
Dazwischen entstehen ruhigere Momente, zum Beispiel ein variiertes, neu zusammengesetztes Wiegelied als kurzes Atemholen, das jedoch rasch wieder von urwitziger instrumentaler Lautstärke abgelöst wird. Je höher und lauter, desto besser. Schließlich finden sogar zwei Alphörner ihren Platz auf der Bühne.
Es folgt Stepptanz – zunächst klassisch, dann in holländischen Holzschuhen, auf Schlittschuhen und schließlich auf Skiern. Was als Gag beginnt, entpuppt sich als präzise choreografierte Demonstration körperlicher Kontrolle. Komik entsteht aus Können. Ein besonderer Höhepunkt sind die Bauchredner-Momente mit Beethoven und Schubert. Große Namen werden zum Sprechen gebracht – Klassik wird nicht entzaubert, sondern belebt und dem Lachen überlassen. Und das ist nur eine Auswahl!
Musikalisch bewegt sich Schërzo auf höchstem Niveau: jazzige Improvisationen, opernhafte Gesangslinien, kraftvoll und technisch makellos.
Die gesamte Bühne – bis hinein in den Zuschauerraum – wird als Spielfläche genutzt. Es gibt kein „oben“ und „unten“, kein Drinnen und Draußen. Schërzo ist kein Konzert, kein Theaterstück, kein Varieté, sondern alles zugleich. Am Ende bleibt das Gefühl, etwas erlebt zu haben, das sich klaren Kategorien entzieht: ein präzise gebautes Chaos, verspielt, überraschend – und vor allem lebendig.
Elvira Friebe
Verfasst von Neue Szene am 20.04.2026
Am 24.04. gastiert das Klexs Theater mit Augsburg München Schauspiel im Abraxas
Verfasst von Neue Szene am 20.04.2026
Premiere im Sensemble Theater am 24.4.
Verfasst von Neue Szene am 19.04.2026
Wer die Rocky Horror Picture Show mag wird Jockels boarische Grusel Gschicht lieben.