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Eiskübelst du schon?
Nein? Ja, dann machst du was falsch. Dann bist du halt doch noch nicht so richtig wer. Denn wenn du richtig wer wärst, wärst du längst nominiert. Oder man denkt, dass du da sowieso nicht mitmachen würdest. Für die gute Sache natürlich. Das ist kein Ding der Eitelkeit, es geht nicht darum, im Mittelpunkt zu stehen. Es geht darum, Gutes zu tun, nicht um die gute Figur, die man macht. Und auch nicht um Gruppendruck.
Das ist wichtig, das muss man festhalten. Denn wenn man sich das Nominieren und den publikumswirksamen Umsetzung anschaut, ohne den Hintergrund zu kennen, dann würde man, unwissend wie man leider so oft ist, meinen, es ginge gar nicht in erster Linie darum, für eine gute Sache zu sammeln. Man sammelt Geld für die Erforschung der Nervenkrankeit ALS. Und da kommt ja auch jede Menge Geld und Aufmerksamkeit zusammen (für die gute Sache natürlich).
Schauen wir uns doch mal die jüngste Entwicklung in Sachen "Ice Bucket Challenge" an. Kai Diekmann von der Bild hat sich eisgekübelt und nominierte, hihihi, Christian Wulff. Dessen Antwort ist bisher noch nicht überliefert. Und dann ging es Knall auf Fall. Mario Götze will Angela Merkel nass sehen, nein, falsch, das war Sigmar Gabriel. Oder wollte Sigmar Gabriel, dass sich Marieta Slomka eiskübelt? Man blickt nicht mehr durch, es wird wild nominiert und ein Muster, das sich abzeichnet: Man nominiert Leute, die man nicht leiden kann, oder solche, die man sehr gut leiden kann. Oder solche, die einen anflehen, doch nominiert zu werden.
Das ist auch so ein neuer Trend im Trend, es sollen schon Angebote von mehreren 1000 Euro gemacht worden sein, wenn man dafür nominiert wird. Nicht nominiert zu werden, ist eine Schande. Und wenn man nominiert wird, dann doch bitte nicht von irgendeinem No-Name, die Gefahr droht aber immer.
Deswegen steigt die Nervosität. Denn die prominenten Eiskübler gehen langsam aus, sie haben ihr Nominierungspotential bald ausgeschöpft und nominieren naturgemäß andere Promis. Am Ende bleibt nur noch die Schmach, von B- und C-Promis nominiert zu werden. Das gilt auch für Augsburg. Vom König von Augsburg nominiert zu werden, das schmeichelt und man hat es hinter sich! Man muss sich ja auch beeilen, am Ende kommt ein "blöder Depp" auf die Idee einen zu nominieren, wie es Volker Schafitel ausdrücken würde. Der wurde ja auch schon nominiert, von Markus Arnold, das hat ihn geärgert. Der Mann ist ja nicht satisfaktionsfähig. Es bleibt spannend. Vielleicht trifft sich ja halb Augsburg bald in der Maxstraße und kippt sich gleichzeitig Eiswasser über den Kopf. Ein schönes Bild. (me)






