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Himmel auf Erden?
Lustig sind sie ja schon die Tatort-Macher: Erst lassen sie Fabian Hinrichs die Münchner Kommissare nerven und schließlich sogar umkommen – und dann taucht der geborene Hamburger drei Jahre später als neuer Franken-Ermittler auf.
Überhaupt sollte das Gedächtnis der ARD-Krimi-Zuschauer möglichst kurz sein, so oft wie Ulrike C. Tscharre und Kollegen in Polizeiruf und Tatort auftreten, kann man schon mal durcheinander kommen. Auch die Storys sind nicht gerade von allzu viel Einfallsreichtum geprägt, der nervende und inkompetente Chef taucht mindestens so oft auf wie Papa Zufall als wichtigster Verbündeter der Kommissare.
Der Nürnberger Tatort war zwar nicht unbedingt spannend, aber den verführten Babysitter als Rächer zu installieren – mit einer "zufällig" vor Jahren gefundenen Pistole! – allemal abwechslungsreicher, als mal wieder böse Rüstungslobbyisten zu beschuldigen. Das Haus am Wald mit dem fränkischen Ureinwohner, der Kabarettist Matthias Egersdörfer als Pathologe, okay, wenn's sein muss. Aber was sagt uns eigentlich der Titel? "Der Himmel ist ein Platz auf Erden" - weil das Nürnberger Umland so malerisch ist?
Die SZ attestierte immerhin eine "Revolution im modernen Tatort" mit Ermittlern, "die keinen an der Klatsche haben". Das stimmt zwar irgendwie, aber mal ehrlich: Wo soll das hinführen, was kommt als nächstes? Fußballer, die keinen Quatsch reden? Politiker, die keine Phrasendreschmaschinen sind? Allgäukrimis, die kein Lebensmittel im Titel tragen? Wir haben, ehrlich gesagt, ein bisschen Angst. Und das hatten wir schon lange nicht mehr nach einem Tatort... (flo)






