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Eintagsfliege

Rest In Peace, Little Big Man!

Zum Tod von Prince Rogers Nelson...

Als es noch Bravo-Autogrammkarten gab, hat mich eine Sache an der von Prince immer besonders gefreut: Körpergröße: 158 cm. Ich war (und bin) selbst nicht gerade ein Hüne, was sich nicht nur beim Basketball im Sportunterricht als handfester Wettbewerbsnachteil erwies.

Und dann erscheint da dieser kleine Kerl auf hohen Schuhen im Kino – an der Seite von Apollonia und anderen sexy Frauen wie seiner Schlagzeugerin Sheila E und zeigt den Platzhirschen, wo die Taube weint. Auch wenn man "Purple Rain" heutzutage kam mehr ansehen kann, als Zwölfjähriger war es für mich Grund genug, mehrmals ins Kino zu gehen. Beim ersten Mal noch mit Kumpels, dann – allein.

Auf dem Schulhof hieß das Duell Michael Jackson versus Prince. Für mich war Letzterer immer der Held, der seine Lieder selbst schreibt, seine Instrumente selbst einspielt, während der schicke Michael auf einer Armada an Produzenten und Songschreibern schwebte. Eine Kunstfigur im Gegensatz zu Prince, dem Malocher unter den Popstars.

Mit der Folgeplatte "Around The World In A Day" war es vollkommen um mich geschehen, die Scheibe kann ich heute noch auswendig, wenn auch die Ballade "Condition Of The Heart" ertragen werden musste, um zu "Raspberry Beret" zu gelangen. Und das achtminütige "Temptation" hörte man lieber mit Kopfhörer, um den Eltern nicht noch mehr Sorgen zu bereiten.

Mit "Kiss" gelang ihm das Kunststück, einen Welthit mit einem totalen Flop zu verbinden, der Streifen "Under The Cherry Moon" bekam mehr goldene Himbeeren als "Crocodile Dundee". Das Doppelalbum "Sign O The Times" ist für mich und viele andere sein "White Album", funky, brandaktuell, heißer Scheiß, ein Alice im Ghettoland mit all den Geschichten über Cynthia Rose, Dorothy Parker und, nicht zu vergessen, dem wohl ehrlichsten Song, der jeweils zum Thema One-Night-Stand geschrieben wurde: "I could never take the place of your man".

Okay, irgendwann wiederholte sich das dann alles ein bisschen, "My name is Prince and I am funky" und "Sexy Motherfucker" klang in Zeiten von Grunge und Crossover nicht mehr ganz so cool. Doch eine Art von Jugendliebe, für die man sich manchmal ein bisschen schämt, ist Prince Rogers Nelson für mich immer geblieben.

Dass der kleine große Mann nun mit lächerlichen 57 Jahren ausgerechnet in einem Fahrstuhl sterben muss, nach einer Grippe, das ist, wie immer, einfach nicht fair..

Zum Glück wissen wir, wo er jetzt ist:

Admission is easy
just say you believe
and come to this place in your heart

Paisley Park is in your heart

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