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Wenn das Auto schlauer ist als die Fahrer
Der US-Konzern Google hat zum ersten Mal eingestanden, dass es bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos nicht ganz so rund läuft wie bisher kommuniziert: Dreizehn Kollisionen konnten laut eines Berichts des BR im vergangenen Jahr nur durch ein Eingreifen des Fahrers verhindert werden, was schon angesichts der schicksalsträchtigen Zahl eine interessante Nachricht wäre.
Die noch schönere Meldung kommt aber von Mercedes Benz. Der deutsche Autobauer bezweifelt, dass wir uns bald ohne eigene "Leistung" ins Büro fahren lassen können. Das Stuttgarter Wunderauto hat demnach Probleme, zu erkennen, ob Menschen an Straßenkreuzungen über die Fahrbahn gehen wollen oder nicht - und tut das einzig Richtige: Es bleibt stehen, bis die Passanten sich entfernt haben.
Ist das nicht herrlich? Die Fahrzeuge erkennen von selbst, was wir seit Jahrzehnten nicht wahrhaben wollen: In unmittelbarer Nähe zueinander sind tonnenschwere, hochmotorisierte und nur eingeschränkt kontrollierbare Maschinen und der so fragile und ebenfalls bisweilen unberechenbare Mensch ein nicht hinnehmbares Risiko, das allein in Bayern fast alle zwei Tage ein Fußgänger oder Radfahrer mit seinem Leben bezahlt. Bereits dafür sollte man dieses Auto ehrenhalber zum deutschen Verkehrsgerichtstag einladen.
Jetzt die schlechte Nachricht: Computerexperten müssen nun mühsam dem armen Pkw beibringen, dass ein bisschen Gefahr nötig und akzeptabel ist, wenn Herrchen Semmeln holen will, und dass eben nicht jedes Herrchen gleich ein Herr ist, zumindest nicht, wenn es auf zwei Beinen unterwegs ist. Ein scheiß Job, aber damit kennen sich Google und die meisten Autohersteller ja bestens aus. (flo)






