»Egoismus versus Solidarität«

»Ändere die Welt, sie braucht es!«

Mit diesem Zitat aus Brechts Lehrstück »Die Maßnahme« lenkte das Brechtfestival 2017 den Blick auf politisches Denken, ästhetische Praxis und die von Krisen geschüttelte Lebenswelt. Welt verändern – schön und gut. Aber was tun, wenn Orientierungspunkte verschwinden, die Welt unverständlich erscheint, wenn Glauben und Denken erschüttert sind? »Ich glaub nicht, was ich denk« heißt es in Brechts Fatzer-Fragment. Von der Frage nach der Veränderungsnotwendigkeit der Welt spinnt das Brechtfestival 2018 den Faden nun weiter zu den Möglichkeiten der Veränderung. Die Begriffe Egoismus und Solidarität bilden dabei die Grundlage der Auseinandersetzung mit Brecht und der Gegenwart. Weniger als Gegensätze, zwischen denen es zu wählen gilt, sondern als »semantisches Feld, in dem diese Auseinandersetzung geführt wird«, so Festivalleiter Patrick Wengenroth, der das Programm bis 2019 verantworten wird.

Zwei Brecht-Inszenierungen zur Eröffnung

Das Brechtfestival unter dem Motto »Egoismus versus Solidarität« findet vom 23. Februar bis 4. März 2018 in Augsburg an verschiedenen Spielorten statt. Das Programm umfasst u.a. Theater, Literatur, Performance und Musik, wissenschaftliche und diskursive Formate. Das Theater Augsburg ist Kooperationspartner des Festivals und mit einer eigenen Inszenierung vertreten: Die Premiere von »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer« in der Regie von Christian von Treskow eröffnet das Brechtfestival am 23. Februar 2018 in der neuen Spielstätte des Theaters Augsburg im martini-Park. Am ersten Festivalwochenende gibt es eine weitere Brecht-Inszenierung. Das Theater Bremen gastiert am 25. Februar 2018 mit »Der gute Mensch von Sezuan« in der Regie von Alize Zandwijk im martini-Park. Die gebürtige Niederländerin ist seit der Spielzeit 2016/17 leitende Regisseurin und künstlerische Leiterin des Schauspiels am Theater Bremen. Aus der Augsburger freien Szene steuert das Sensemble Theater zum Festivalauftakt die Produktion »Der kalte Hauch des Geldes« von Alexander Eisenach (Regie Sebastian Seidel) bei. Premiere ist ebenfalls am 23. Februar 2018. Das gesamte Festivalprogramm wird am 12. Dezember 2017 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Manifeste: Schreibwerkstatt für Schüler*innen mit Bonn Park

Der junge, mehrfach ausgezeichnete Dramatiker Bonn Park leitet beim kommenden Festival eine Schreibwerkstatt für Manifeste. Das fünftägige Arbeitsprojekt mit dem Titel »Manifeste für das unverbindliche Heute« wendet sich an junge Leute im Alter von 15 bis 17 Jahren, die »schamlos Bock auf Weltverbesserung haben«, so Park. Interessierte Teilnehmer*innen können sich ab sofort unter brecht@augsburg.de melden. Sie erhalten dann weitere Informationen zum Workshop und einen Bewerbungsbogen. Anmeldefrist ist der 15. November 2017.

Neue Internetseite des Brechtfestivals online

Die neu gestaltete Webseite www.brechtfestival.de ist ab sofort online. Der Newsbereich wird kontinuierlich aktualisiert und erweitert. Der vollständige Programmkalender mit allen Veranstaltungen und weiteren Informationen zum Kartenvorverkauf ist ab 12. Dezember 2017 einsehbar.

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