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Brecht und der Mörder vom Ammersee
Nicht nur das Ende des Räuber Kneißl in Augsburg fand Eingang in die Popkultur. Im Juni 1927 wurde der Landwirt Otto Klein in Augsburg hingerichtet, der auf seinem Hof am Ammersee einen Mord begangen haben soll. Auch wegen des ungeklärten Mehrfachmords auf dem Einödhof Hinterkaifeck bei Schrobenhausen wenige Jahre zuvor, mittlerweile bundesweit bekannt durch das Buch "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel, war die Stimmung in der Fuggerstadt entsprechend aufgeheizt.
Bertolt Brecht soll die Geschehnisse in seiner alten Heimat aufmerksam verfolgt haben und zur Zeit der Hinrichtung von Otto Klein in Augsburg gewesen sein. Kurz darauf verfasste er sein erstes "Augsburger Sonett" zu dem Fall – bezeichnenderweise in einem Haus am Walchensee, wie der Brechtforscher Jürgen Hillesheim herausgefunden hat. Der Leiter der Brecht-Forschungsstätte Augsburg veröffentlicht nun ein Buch zum Thema, das am Donnerstag, 28.04., in der Staats- und Stadtbibliothek in der Schaezlerstraße 25 präsentiert wird (Beginn: 18.30 Uhr, Eintritt frei).
Die Veranstaltung ist gleichzeitig eine Ausstellungseröffnung: "Brechts Augsburger Sonett Nr. 1 und ein spektakulärer Mordfall" schöpft aus dem umfangreichen Zeitungsbestand der Bibliothek und präsentiert Berichte der hiesigen Presse über die Tat und den Prozess. Die Ausstellung wird bis 24.06. zu den üblichen Öffnungszeiten (Mo-Fr 10-17.30 Uhr) im Foyer der Staats- und Stadtbibliothek zu sehen sein. Das Buch ist im Königshausen & Neumann Verlag Würzburg erschienen, 237 Seiten kosten 29 Euro. (PM/flo)
Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg






