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Dieser Frieden inspiriert
Eine knappe Woche nach Eröffnung der Festivalzentrale hat das diesjährige Friedensfest mit seinem umfangreichen Rahmenprogramm nun ganz offiziell begonnen.
Den ersten Ton setzten am frühen Donnerstagabend im Goldenen Saal aber andere: Afrikanische Flüchtlinge, die teilweise schon seit Jahren in Augsburg leben und hier wegen des Gesetzes über die "sicheren Herkunftsstaaten" nicht (mehr) arbeiten dürfen, wiesen mit Schildern auf ihr Schicksal hin, begleitet von Aktivisten des Grandhotels. Moderator Michael Abdollahi, bekannt vom Brechtfestival, holte geistesgegenwärtig noch vor dem offiziellen Teil einen Vertreter der Gruppe auf die Bühne, Friedensbüroleiterin Christiane Lembert-Dobler begrüßte die unerwarteten, aber nicht unwillkommenen Gäste später auf Englisch.
Augsburgs dritter Bürgermeister Stefan Kiefer (SPD) ging in seinem Grußwort vor allem auf die historischen Hintergründe des Friedensfestes ein – und natürlich die MUT-Installation am Rathausplatz. Mit dem Stichwort "Mut", dem mittlerweile fast schon ikonischen Motto des diesjährigen Friedensfestprogramms, startete dann auch die Diskussion, die Moderator Abdollahi mit der Antidiskriminierungsbeauftragten des Bundes, Christine Lüders ("Die Frau mit dem abschreckenden Titel", wie die SZ mal geschrieben hat), der österreichischen Psychologin und Juristin Rotraud Perner sowie dem Autor und Philosophen Thomas Palzer aus München führte.
Ja, Sie lesen richtig, hier geht's Schlag auf Schlag, kurz vor acht Uhr stand schon der nächste Programmpunkt an: Die inklusive Tanzcrew "Ich bin okay" aus Wien begeisterte das Publikum vollends, die fünf Tänzer mit und ohne Behinderung waren, wie Michel Abdollahi treffend bemerkte, "sehr viel mehr als nur okay".
Das kann man locker auch vom ganzen Abend sagen, der schließlich in der Festivalzentrale am Moritzplatz mit einem Konzert der kurdisch-deutschen Band Adirjam aus Berlin einen nur wegen der Außentemperatur etwas kühlen Ausklang fand. Wer tanzt, war hier mal wieder klar im Vorteil.
So zackig und inspirierend dürften Festivaleröffnungen ruhig öfter sein. Übrigens auch eine mutige Entscheidung, diesen großen Augsburger Anlass mit so wenig "pomp and circumstance" zu starten. Nur über eine Sache müssen wir reden: Warum hat ausgerechnet das Friedensbier eine deutliche Umdrehung mehr? Wollt ihr uns loswerden? (flo)
Das Rahmenprogramm zum Friedensfest bietet bis 08.08. noch zahlreiche Höhepunkte, u.a. kommt am heutigen Freitag die Migrationsbeauftragte des Bundes, Staatsministerin Aydan Özoguz, in den Augustanasaal, am Samstag spricht Grünen-Mitgründerin Jutta Ditfurth im Zeughaus.
Weitere Bilder von der Eröffnung findet ihr wie immer auf unserer Flickr-Seite
Fotos: Christian Menkel






