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Entschuldigung, wo ist denn der Kongresssaal?

Über 70 Volunteers haben das Modular mit zu dem gemacht, was es war. Ein Erfahrungsbericht über Fußball mit Thees Uhlmann und Dosenbier-Vorträge von Errdeka....

Über 70 freiwillige Helfer haben als Volunteers das Modular mit zu dem gemacht, was es war. Conny Aigner war eine davon. Ein Erfahrungsbericht.

Donnerstag, 30. Mai 2013. Ungefähr 90 Leute sitzen in einem Raum, der für 90 Leute definitiv zu klein ist. Ein paar Organisatoren fehlen noch, bei denen, die da sind, sind die Mikrofone zu laut, es ist zu warm.

Irgendwer reißt Anglizismenwitze (die Volunteers kriegen Sheets auf denen steht, wann sie an welchem Meetingpoint zum Briefing auftauchen müssen, im Allgemeinen ist alles ziemlich fancy), die meisten sind auch um halb vier nachmittags noch relativ müde. Aber bald ist keine Zeit mehr für Müdigkeit. Die erste Schicht fängt an und Arbeit gibt es für uns viel.

Mal eben eine komplette Bar draußen ab- und drinnen wieder aufbauen? Für 15 Freiwillige eine Sache von 45 Minuten. Nebenbei an der Abendkasse Tickets verkaufen, am Seiteneingang gebrauchte Klamotten für den Kreativmarkt am Samstag annehmen, den Infopoint aufbauen, Kabel schleppen und dabei immer den Backstagepass dabeihaben? Kein Problem.

Dann kurze Pause. Essen und Getränke bekommen wir von den Veranstaltern gestellt, ansonsten gibt es aber keine Bezahlung. Mitten in der Pause zum Gläserspülen abberufen werden? Ist hinzukriegen. Man gewöhnt sich schnell daran, ständig in Bewegung zu sein. Als Modular-Volunteer geht man nach den Konzerten mit Muskelkater nach Hause und träumt nachts noch von den Sätzen, die man am Infopoint immer wieder gesagt hat oder wiederholt unter der Dusche gedanklich die Handbewegungen beim Bierausschenken. Trotzdem freut man sich am nächsten Morgen im Backstageraum darüber, die anderen wiederzusehen.

Wir haben leere Flaschen eingesammelt, Tische und Bars abgewischt, Kühlschränke eingeräumt, mit Thees Uhlmann Fußball gespielt, an Bandmitglieder Getränke ausgegeben ohne sie zu erkennen, uns von der Crew von Errdeka Vorträge über Dosenbier angehört, auf den Konzerten getanzt und neue Kontakte geknüpft. Wir sind nach und nach ein eingespieltes Team geworden, das sich super versteht.

Jetzt, wo das Festival 2013 vorbei ist, sind wir alle froh, dass wir nicht nur als Besucher, sondern hinter den Kulissen dabei waren und dabei so viele einmalige Eindrücke sammeln konnten. Am Anfang hielten wir die Aussage "Ihr seid das Festival" für eine nett gemeinte, aber hohle Phrase. Jetzt haben wir die Erfahrung, dass ohne unsere Arbeit ziemlich viel nicht möglich gewesen wäre und geben Organisator Stefan Sieber recht: "Crewlove is true love."

Ach ja, der Kongresssaal ist übrigens hinter der großen blauen Tür da hinten.

Foto: Christian Menkel

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