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Kunstvolle Heimat

Die diesjährige Lange Kunstnacht am 04. Juni steht unter dem Motto "Heimat"...

Die diesjährige Lange Kunstnacht am 04. Juni steht unter dem Motto "Heimat"

Ist ja immer so eine Sache mit dem Erfolg: Die letztjährige Augsburger Kunstnacht war laut Kulturamtsleiterin Elke Seidel die bestbesuchte seit Bestehen – was neben dem ein oder anderen verärgerten Gast auch dazu führt, dass sich das Kulturamt kaum mehr vor Teilnehmervorschlägen retten kann. Sei es in den ersten Jahren eher noch darauf angekommen, die Leute zu motivieren, müsse man nun "kuratorisch Hand anlegen und schauen, was sinnvoll ist", so Seidel. Das Ergebnis ist auch dieses Jahr wieder ein wirklich anspruchsvolles Programmheft, das man übrigens auf keinen Fall nach der Veranstaltung wegschmeißen sollte, alleine die Auflistung der Orte und Akteure ist auch für die kommenden Monate ein wahre Fundgrube für den kulturinteressierten Augsburger.

Das aktuelle Thema hätte sie und ihr Team geradezu "angesprungen", so Seidel. "Die Lange Nacht der Heimat" am 04. Juni widmet sich den zahlreichen auswärtigen Einflüssen - von den Römern bis zu den Gastarbeitern –, betrachtet die Stadt aber auch aus der Sicht von Zugewanderten und das auch ganz konkret: Ein Angebot für in Augsburg lebende Flüchtlinge, mit hiesigen Paten die Kunstnacht zu besuchen, soll in Zusammenarbeit mit dem Projekt "Übergepäck eines Flüchtlings" realisiert werden. Der dehnbare Begriff "Heimat" umfasst aber natürlich auch den Aspekt, den Einheimischen ihre Heimatstadt neu zu präsentieren.

Einer der spektakulärsten Neuzugänge dieses Jahr dürften zwei Fahrten der Augsburger Localbahn sein, die für insgesamt 400 Teilnehmer von der Friedberger Straße bis zum Plärrer und zurück führen. Die Teilnahme daran kann beim Ticketvorverkauf gebucht werden – für einen Aufpreis von sechs Euro.

Der Ticketpreis von zwölf Euro im Vorverkauf und 14 Euro an der Abendkasse bleibt unverändert. Einen kleinen Aufpreis (4 Euro) kostet wieder das Eröffnungskonzert der Augsburger Philharmoniker im Goldenen Saal, das ausnahmsweise bereits um 18.00 Uhr stattfindet. Im Rathaus geht's dann Schlag auf Schlag, neben dem üblichen Gastspiel des Ballettensembles ist auch das Projekt "Heimatlieder aus Deutschland" am Start. Ein weiterer Kulminationspunkt ist das Schaezlerpalais, das für Klaustrophobiker eher nicht empfohlen wird.

Die Kenner suchen sich sowieso die (auf den ersten Blick) eher unspektakulären Locations aus: Eingerahmt von Veranstaltungen in Textilmuseum und Glaspalast, Führungen am Lueginsland und in den Tunnel unterm Bahnhof sowie der St.-Ulrichs-Kirche und dem Handwerkermuseum warten 50 Spielorte mit U- und E-Musik, Theater, Führungen (im H2 sogar gesungen) Lesungen, Film, Ausstellungen, Installationen und allem dazwischen. Gleich drei Straßentheater aus Spanien, England und Polen sind beteiligt, die Abschlussinszenierung "Die Arche" startet um 23.15 Uhr auf dem Rathausplatz.

Den Absucker gibt's in den Locations Soho Stage, Thalia Kaffeehaus, Golden Glimmer Bar und Jazzclub. Und irgendwo dort trifft man vermutlich auch den Stargast: Zum zehnjährigen Jubiläum von "Wer früher stirbt ist länger tot" kommt Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller nach Augsburg, der auch an zwei Programmpunkten im Mephisto beteiligt ist, bevor der Film ebendort gezeigt wird.

Die Homepage ist seit heute online, Tickets gibt's in der Bürgerinfo am Rathausplatz, in Liliom und Thalia, im Theater sowie in den Museen. Wer sich dafür interessiert, Flüchtlinge bei der Kunstnacht zu begleiten oder Geflüchteten einen Besuch ermöglichen will, meldet sich per Mail an: kunstnacht@augsburg.de. (flo)

Foto: KW Neun

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