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La mort en rose

"Oskar und die Dame in Rosa" feierte Premiere im Sensemble Theater....

"Oskar und die Dame in Rosa" mit Sigrid Ihlenfeldt feierte am Samstag Premiere im Sensemble Theater.

Der französische Erfolgsautor Éric-Emmanuell Schmitt ("Monsieur Ibrahim und die die Blumen des Koran") veröffentlichte zwischen 1997 und 2004 vier Bücher, die sich mit den Weltreligionen beschäftigen, "Oskar und die Dame in Rosa" ist sein 2002 erschienener Beitrag zum Christentum. Erzählt wird die Geschichte des zehnjährigen, leukämiekranken Oskar, der in seinen letzten Lebenstagen im Krankenhaus auf eine ganz besondere Pflegerin trifft: Tante Rosa. Die fordert ihn auf, Briefe an den "lieben Gott" zu schreiben, aus denen sie nun, nach seinem Tod, vorliest.

Bei der Aufführung im Sensemble Theater wird Tante Rosa gespielt von Sigrid Ihlenfeldt, stolze 77 Jahre alt. Ihlenfeldt hat in den 60ern im Theater Augsburg begonnen und 40 Jahre lang die Schauspielgruppe in Neusäß geleitet. Dass Regisseur Sebastian Seidel die Seniorin noch einmal auf die Bühne holt, ist auch ein Wagnis. Ein Wagnis der anderen Art freilich, auf das man sich erst einmal einlassen muss. Die sehr entschleunigte Bühnensituation und Erzählweise sind ebenso ungewohnt wie die doch reichlich rührselige Geschichte von Oskar. Wobei man nicht vergessen darf, dass aus der Sicht und in den Worten eines Zehnjährigen erzählt wird, dessen Leidensgenossen Spitznamen wie "Peggy Blue", "Bacon" und "Einstein" tragen - und natürlich düst Tante Rosa in einer Klapperkiste durch die Stadt in Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln...

Doch wann wurde man das letzte Mal angerührt im Theater? Vor allem im Augsburger Stadttheater wird man ja meistens eher angebrüllt. Das Sensemble hat es mal wieder geschafft, sein Publikum (und vielleicht auch sich selbst) zu überraschen, Proben- und Aufführungssituation dürften für alle Beteiligen eine neue Erfahrung gewesen sein. Und dass die knapp zwei Stunden Monolog selbst für jüngere Darstellerinnen eine echte Herausforderung wären, ist eh klar. Touché, Madame Rose!
(flo)

Die weiteren Termine: 02., 03., 29., 30.12. (der 02.12. ist bereits ausverkauft)

Foto: Volker Stock

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