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"Uns geht es gut"

Kulturreferent Helmut Gieber präsentiert das neue Spielzeitheft der Stadthalle Gersthofen - mit einem kritischen Blick auf die "Augsburger Situation"...

Kulturreferent Helmut Gieber präsentierte das neue Spielzeitheft der Stadthalle Gersthofen.

Auch nach dem zwanzigjährigen Jubiläum wird's für die Stadthalle Gersthofen nicht ruhiger, ganz im Gegenteil. Das liegt zum einen am wie immer ambitionierten eigenen Spielplan, den Kulturreferent Helmut Gieber am Mittwoch im Ballonmuseum vorstellte, zum anderen an der, wie Gieber es nennt, "Augsburger Situation". Gemeint ist damit die vorgezogene Schließung des Augsburger Theaters, die der Stadthalle nun einen ungeahnten Ansturm an Anfragen beschert.

"Nachdem der Kongress als Ersatzspielstätte komplett ausgebucht ist, sind wir die einzige Halle in der Region mit der entsprechenden Ausstattung", so Gieber, der trotz allem seinem Motto "Qualität statt Quantität" treu bleiben will. Vermieten auf Teufel komm raus ist für ihn keine Option, Anfragen von Veranstaltern, die man "auf keinen Fall" in Gersthofen haben wolle, wurden demnach schon abgelehnt.

"Das ist fast schon eine Kampfansage", betonte Gieber, "doch wir wollen die Gestaltungshoheit nicht aus der Hand geben." Damit verband der Referent auch eine sanfte Kritik an den Entscheidungen in der Nachbarkommune: Die Kongresshalle als Tagungsort sei "tot" und für Gieber stelle sich die Frage, "inwieweit Augsburg die Folgen berücksichtigt hat". Für die eigene Stadthalle regte Gieber sogar eine bauliche Erweitung an. Sein generelles Fazit aber lautete: "Uns geht es gut seit 21 Jahren!"

"Ich sage Ihnen, wo ich hingehe - und Sie sagen mir, was ich für ein Mensch bin!"

Wie gut es der Stadthalle geht, beweisen nicht zuletzt die Zahlen: 45.000 Zuschauer waren es bereits im ersten Halbjahr 2016 bei 105 Veranstaltungen. Von den kommenden 130 Veranstaltungen der Spielzeit 2016/17 präsentierte Helmut Gieber dann einen umfangreichen Ausschnitt an Abenden, die er auch privat besuchen würde: "Ich sage Ihnen, wo ich hingehe - und Sie sagen mir dann, was ich für ein Mensch bin!", forderte der Referent humorvoll die Journalisten auf. Anhand der genannten Konzerte, Theateraufführungen, Shows und Kabarettabende dürfte das Urteil jedoch äußerst schwer fallen...

Von der "Wanderhure" über die Bayerische Kammerphilharmonie, vom "hochintelligenten" Ringsgwandl bis zum "momentan besten politischen Kabarettisten" Max Uthoff, von den Wellküren bis zur Italo Pop Night ("Ich kann alle Lieder mitsummen!") reichte die Auswahl – und damit sind wir noch nicht mal im Dezember. Als sein "absolutes Highlight" bezeichnete Gieber allerdings den Gerichtsthriller von Ferdinand von Schirach: "Terror" am 19. November.

Wer noch ein paar Namen von Stars hören will: Paul Potts, Anna Maria Kaufmann, Iris Berben, Wolfgang Niedecken, Katharina Thalbach, Michael Lerchenberg, Bruno Jonas, Mnozil Brass, Heinrich Schafmeister, Leonard Lansink, Alfred Dorfer, Wolfgang Krebs, Ingo Appelt, Max Raabe, The 12 Tenors, Ganes, Drei Männer nur mit Gitarre, Blechschaden, Eure Mütter, Constanze Lindner...

Und weil's auch mal kritisch werden darf, präsentierte Gieber gleich am Anfang der Pressekonferenz seine jüngste Buchung: Die deutsche Autorin mit kurdisch-türkischen Wurzeln, Cigdem Akyol, besucht am 25. Oktober mit ihrer nicht autorisierten Biographie über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan das Ballonmuseum. "Wir rechnen mit entsprechenden Besuchern und einer interessanten Diskussion mit einem geschulten Moderator", so Gieber. Und man darf sicher sein, wer ebenfalls unter den Besuchern sein wird.

Das komplette Programm hier, das Spielzeitheft liegt aus und wird wie immer auch kostenlos zugeschickt: Tel. 0821/2491-550; E-Mail: stadthalle@gersthofen.de. Außerdem ist die Vorverkaufsstelle in der Stadtbibliothek Gersthofen ab 09. September an sechs Tagen die Woche geöffnet: Mo-Fr 14-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr. (flo)

Foto: Harald Sianos

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