Das 17. Jahrhundert kommt nach Augsburg

Florenz kommt nach Augsburg. Erstmals werden im Schaezlerpalais bedeutende florentinische Kunstwerke aus der Zeit des Barock und Rokoko ausgestellt. Sie gehören zur Sammlung der Familie Haukohl aus Houston, Texas. Die Sonderausstellung „Im Schatten der Medici. Barocke Kunst aus Florenz. The Haukohl Family Collection European Tour“ ist die größte Sammlung Florentiner Barockgemälde außerhalb Italiens. Anschließend macht die Ausstellung in weiteren europäischen Städten Station.

Erstmals in Deutschland zu sehen Die Sammlung korrespondiert hervorragend mit der deutschen Barock- und Rokokokunst, die in der Dauerausstellung des Schaezlerpalais zu sehen ist. In der Haukohl Collection, die Werke aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert umfasst, sind Gemälde von Jacopo da Empoli, Cesare Dandini, Giovanni Domenico Ferretti und Alessandro Gherardini vertreten. Der Sammler und Philanthrop Sir Mark Fehrs Haukohl, der die Ausstellung in Augsburg eröffnen wird, sagt: „Ich kann mir keinen Ort in Deutschland vorstellen, der sich besser als erste Station für die Ausstellung eignet als Augsburg mit seinen geschichtlichen Verbindungen zu Italien und den Großherzögen der Medici. Ich bin besonders stolz darauf, die Sammlung erstmals in Deutschland, der alten Heimat meines Urgroßvaters Robert I. Haukohl, zu präsentieren.“

Florierende kulturelle Entwicklung unter den Medici Ein Teilbereich der Ausstellung ist der florierenden kulturellen Entwicklung der Stadt Florenz unter der Herrschaft der Medici gewidmet. Vier lebendig wirkende Stuckreliefs von Antonio Monauti (1683–1746) zeigen barocke Porträts historischer Größen: Michelangelo Buonarroti, Niccolò Machiavelli, Marsilio Ficino, und den Universalgelehrten Galileo Galilei. Abgerundet wird die Kulisse in Augsburg durch den Herkulesbrunnen vor dem Schaezlerpalais. Er wurde von Adriaen de Vries geschaffen, der in Florenz ein Schüler von Giambologna war. Unter den Ausstellungsstücken aus der Sammlung der Familie Haukohl befindet sich auch eine im 19. Jahrhundert entstandene Kopie des von Giambologna geschaffenen Merkurs.

Bevor die Kunstsammlung der Familie Haukohl nach Augsburg kam, wurde sie im Rahmen der „Haukohl Family Philanthropies“ in verschiedenen Museen Nordamerikas gezeigt. Einige der seltenen Gemälde, die ausgestellt werden, sind eine Verkündigung von Alessandro Gherardini, die für König Friedrich IV von Dänemark gemalt wurde, sowie das großartige, von Cesare Dandini geschaffene Gemäldepaar, die Heilige Katharina von Alexandria und die Heilige Dorothea von Kappadokien, das zuletzt 1979 in der Royal Academy of London als Bestandteil der Nachlässe von Dashwood und Lord Le Despencer zu sehen war. Ein weiteres Meisterwerk ist Giovanni Domenico Ferrettis heiteres Meisterstück Harlekin und Colombina, das in der Tradition der Commedia dell’Arte steht.

Einige Gemälde in originalgetreuen Rahmen Alle Bilder bestechen durch prächtige Rahmen, die zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammen. Es lag Sir Mark Haukohl sehr am Herzen, einige Gemälde gemeinsam mit originalgetreuen Rahmen aus ihrer Entstehungszeit zu präsentieren. „Es war mir eine große Freude, auf verschiedenen Kontinenten Rahmen aus den richtigen Epochen ausfindig zu machen und diese wieder mit Gemälden aus derselben Zeit zu kombinieren. Viele Rahmen wurden im Laufe der Jahrhunderte ausgetauscht, um dem Zeitgeschmack oder kulturellen Vorlieben Rechnung zu tragen. In der Kunstsammlung der Familie Haukohl wird ein MediciGemälde in einem historisch passenden Medici- oder PalazzoPitti-Rahmen ausgestellt“, so Sir Mark Haukohl.

Begleitet wird die Europareise von einem umfangreichen, 288 Seiten starken Katalog mit Ausgaben in deutscher, englischer und italienischer Sprache. Wissenschaftliche Aufsätze von den renommierten Kunsthistorikern Eike Schmidt, dem Direktor der Gallerie degli Uffici in Florenz, James Bradburne, dem Direktor der Pinacoteca di Brera, sowie den vier italienischen Wissenschaftlern Federico Berti, Fabio Sotilli, Paolo Peri aus Florenz und Francesco Scasciamacchia aus Mexiko-Stadt bieten aufschlussreiche Einblicke.

Das Musée national d’histoire et d’art Luxembourg initiierte die Ausstellung und verantwortet den Katalog. Großzügige Unterstützung erfuhr das Projekt durch die Leir Charitable Foundation Luxembourg, SGG Group und CargoLux Airlines International. In Augsburg wurde die Ausstellung von der Stadtsparkasse Augsburg sowie der Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung gefördert.

Der Sammler: Sir Mark Fehrs Haukohl Sir Mark Fehrs Haukohl ist ein Sammler und Philanthrop, der in Houston im US-Bundesstaat Texas zu Hause ist und den Vorsitz über den Verwaltungsrat von „The Vero Group“ innehat, welche das Familienvermögen der Haukohls verwaltet. Er ist ein erfahrener Börseninvestor, der früher als Geschäftsführer bei Salomon Smith Barney in New York tätig war. Darüber hinaus ist er Mitbegründer des Projekts „The Medici Archive“ in Florenz, Italien. Im Rahmen der philanthropischen Arbeit der Familie Haukohl, mit der das Ziel verfolgt wird, die künstlerische Bildung benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu fördern, wurden der Erwerb zahlreicher Kunstgegenstände und viele Ausstellungen – vom J. Paul Getty Museum in Los Angeles bis zur National Gallery of Art in Washington D.C. – unterstützt.

Dauer: 20. Oktober 2018 – 20. Januar 2019
Zeit: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Ort: Schaezlerpalais, Maximilianstr. 46
Größte Sammlung Florentinischer Kunst des 17. Jahrhunderts außerhalb Italiens

Besucherservice und Führungsbuchung: Tel.: 0821 324 4112 oder besucherservice-kusa@augsburg.de www.kmaugsburg.de (pm/etz)
Bildnachweis: © Haukohl Family Collection

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