Lab Romanum: Eva Weber stellt museale Vision für Römische Geschichte in Augsburg vor

Lab Romanum: Eva Weber stellt museale Vision für Römische Geschichte in Augsburg vor

• Moderne museale Aufarbeitung der römischen Geschichte Augsburgs
• Eva Weber: „Geschichte darf nicht nur im Raum herumstehen“
• Angebot für Zwischennutzung im Glaspalast, additives Angebot zum Römerlager in der Toskanischen Säulenhalle
• „Großer Wurf“ am Predigerberg bleibt politisches Ziel
• Lab Romanum als neues Element „Museumsquartier“ im Textilviertel

Das Römische Museum in Augsburg ist ein politisches Versprechen, das sich spätestens seit der sanierungsbedingten Schließung der Dominikaner-Kirche zu einem wiederkehrenden Wahlkampf-Faszinosum entwickelt hat: „Und alle sechs Jahre grüßt das römische Museumstier“, könnte man unken. Passiert ist nur wenig, aus vielerlei – auch nachvollziehbaren – Beweggründen. Dabei handelt es sich beim römischen Erbe der Stadt um einen, wenn nicht den elementaren Bestandteil der stadtkulturellen Identität. Eine Diskussion um das „ob“ erübrigt sich. Auch für den anstehenden Kommunal-Wahlkampf ist wieder mit politischen und taktischen Ankündigungen zu rechnen. OB-Kandidatin Eva Weber möchte mit einem konkreten Vorschlag die kulturpolitische Diskussion beleben.

Lab Romanum – erlebbare Geschichte im Glaspalast

„Wir haben eine Idee, und wir haben einen Raum“, so Weber. „Beides zusammen zu bringen, könnte einen für alle gewinnbringenden Weg zum endgültigen Römischen Museum aufzeigen“. Die Rede ist von der ehemaligen Staatsgalerie im Glaspalast, gleich gegenüber dem H2 – Museum für Gegenwartskunst. Für die Räumlichkeiten besteht ein unkündbarer Mietvertrag der Stadt bis ins Jahr 2024. Derzeit steht die Halle nach dem Auszug der Bayerischen Staatsgalerie leer. Hier soll in Zukunft das „Lab Romanum“ römische Geschichte auch mit digitalen Methoden erleb- und interaktiv verstehbar machen. Und einen modernen musealen Ansatz bieten, der sich als Zusatzangebot zum Römerlager in der Toskanischen Säulenhalle versteht. „Geschichte darf nicht nur im Raum herumstehen, sondern muss greifbar und erschließbar sein, gerade mit digitalen Methoden“, so Eva Weber weiter. „Deswegen schlage ich für den Glaspalast eine neue Idee vor. Unsere römische Geschichte soll darin auch mit multimedialen Formaten und moderner Vermittlung neu erlebbar werden.

„Das Geheimnis des Juthungen-Altars“ als Narrativ römischer Geschichte

Der „Augsburger Siegesaltar“ wurde 1992 bei Bauarbeiten in einem ehemaligen Lecharm in der Jakobervorstadt gefunden. Es wird vermutet, dass er ursprünglich in unmittelbarer Nähe des Fundortes an einem Flussübergang aufgestellt war. Der Stein trug wahrscheinlich auch das Standbild der Siegesgöttin Victoria, das heute jedoch verloren ist. Die Inschrift erzählt die Geschichte einer Schlacht vor den Toren Augsburgs, die Aufschluss über lange Zeit unbestätigte archäologische und historische Forschungen gibt: Im Herbst und Winter des Jahres 259 n. Chr. durchbrachen berittene Krieger vom suebischen Stamm der Juthungen den Limes und drangen zu einem Plünderungszug bis nach Italien vor. Im Frühjahr des Jahres 260 traten die Juthungen mit Tausenden von Gefangenen und reicher Beute wieder den Rückweg nach Norden an. Vor den Toren der römischen Stadt Augusta Vindelicum wurden sie vom Statthalter der Provinz Raetien mit seinem Heer und zusätzlich rekrutierten Zivilisten abgefangen. In einer zweitägigen Schlacht am 24. und 25. April 260 wurden die Barbaren besiegt und die Gefangenen befreit. Möglicherweise war die Aussicht auf einen Teil der Beute zusätzliche Motivation für das Husarenstück der römischen „Augsburger“ – das vielfältigen Aufschluss über die politischen Umstände im bereits langsam zerfallenden Römischen Reich gibt. Viele dieser Informationen waren bis zur Auffindung des Altars und seiner Erforschung nicht bekannt. Die Geschichte dieser Schlacht, die auf dem „Sieges-Altar“ beschrieben ist, ihre Folgewirkungen und die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten sollen im „Lab Romanum“ sowohl analog, aber auch digital und interaktiv in Szene gesetzt werden (siehe Abbildungen).

„Partizipation und digitale Chancen auch im Museum umsetzen“

Bei Erfolg der Ausstellung sollen im Zusammenspiel zwischen den einzelnen Häusern der Kunstsammlungen und dem neuen musealen Ort weitere „erlebbare Geschichten“ beleuchtet und für das Publikum aufgearbeitet werden. „Wir gehen damit neue Wege der Kulturvermittlung und Zielgruppenerreichung“, so Eva Weber weiter. „Das Partizipationsmoment ist wichtig. Die Menschen erwarten, dass Kunst nicht nur an den
Wänden hängt, die man sich im Vorbeigehen ansieht, sondern dass das Museum wie ein offener Lernort wirkt“, so die OB-Kandidatin.

„Partizipation und digitale Chancen auch im Museum umsetzen“

Bei Erfolg der Ausstellung sollen im Zusammenspiel zwischen den einzelnen Häusern der Kunstsammlungen und dem neuen musealen Ort weitere „erlebbare Geschichten“ beleuchtet und für das Publikum aufgearbeitet werden. „Wir gehen damit neue Wege der Kulturvermittlung und Zielgruppenerreichung“, so Eva Weber weiter. „Das Partizipationsmoment ist wichtig. Die Menschen erwarten, dass Kunst nicht nur an den
Wänden hängt, die man sich im Vorbeigehen ansieht, sondern dass das Museum wie ein offener Lernort wirkt“, so die OB-Kandidatin.

Kosten und ÖPNV Anbindung – Perspektive Römisches Museum am Predigerberg

Ganz nebenbei soll vom neuen musealen Ort auch das benachbarte H2 – Museum für Gegenwartskunst profitieren, und andersherum. Ein weiteres attraktives Angebot soll für Synergie-Effekte beim Publikum sorgen, sowohl in die eine wie in die andere Richtung. Und damit auch für gute Zuschauerzahlen, die bei der Wirtschaftlichkeit des Unterfangens keine untergeordnete Rolle spielen werden. „Für dieses Projekt wird schätzungsweise ein Betrag in Richtung von über einer Million Euro sowie notwendige Personalressourcen notwendig werden“, gibt Eva Weber unumwunden zu. „Der Gewinn für die kultur- und geschichtsinteressierte Stadtgesellschaft, aber auch für die Schulen und sonstigen
Bildungsinstitutionen wird dies bei weitem aufwiegen“. Um eine bessere Erreichbarkeit des Glaspalastes und im Umgriff damit auch des TIM und der Stadtarchäologie zu gewährleisten, sollen Gespräche mit Anbietern über eine „Kultur-Buslinie“ stattfinden, die die kulturellen
Innenstadtangebote der Kunstsammlungen mit dem Textilviertel in regelmäßigen Taktungen verbindet. „Allen, die nun befürchten, dass dies ein weiteres Römer-Interim ist und damit die ernsthaften Planungen des großen Wurfes eines Museums am Predigerberg hintenansetzt, kann ich
beruhigen“, sagt Weber in Richtung der vielen Engagierten in der Zivilgesellschaft, die sich für ein Römisches Museum einsetzen: „Augsburg braucht auf Dauer ein neues Römermuseum. Aber was hindert uns, auf dem Weg dahin neue, innovative Wege zu gehen?“

Anhang: Visualisierungen / Copyright @ Eva Weber

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