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Mehr Licht...
Im Dezember 2013 hat die UN-Generalversammlung das Jahr 2015 als "Internationales Jahr des Lichts und der lichtbasierten Technologien" ausgerufen. Damit soll an "die Bedeutung von Licht als elementare Lebensvoraussetzung für Menschen, Tiere und Pflanzen und daher auch als zentraler Bestandteil von Wissenschaft und Kultur" erinnert werden.
Die Augsburger Kunstnacht nimmt das Thema auf und hat für den diesjährigen Termin fast exakt den längsten Tag des Jahres gewählt: Die "Lange Nacht des Lichts" steigt am Samstag, 20. Juni, Sommersonnwende ist am Tag drauf. Die Lange Nacht ist tatsächlich also eine sehr kurze – wenn auch nur aus Lichtsicht.
Beteiligt am dem beliebten Spektakel sind wieder die Kunstsammlungen, das Theater Augsburg, das Handwerkermuseum, Regio, VHS, Leopold-Mozart-Zentrum sowie zahlreiche freie Augsburger Künstler – insgesamt an die 300 Performer bei 150 Programmpunkten an über 50 Spielorten. Nahezu alles ist wie gehabt fußläufig zu erreichen, das Rad oder den Bus benötigt man eigentlich nur fürs Textilmuseum sowie den Glaspalast mit H2 und Galerie Noah. Kulturamtsleiterin Elke Seidel formulierte in einer Pressekonferenz am Dienstag das Ziel der Langen Nacht mit den Worten: "Die Stadt von ihrer besten Seite zeigen."
Das beginnt genau genommen schon mit der Vorreiterrolle, die Augsburg bei der öffentlichen Beleuchtung einnimmt. Schon seit Jahren beugt man an Lech und Wertach mit geeigneten Leuchtmitteln und Absenkung der Intensität der "Lichtverschmutzung" vor. Bei der Langen Nacht findet zu dem Thema eine Führung statt.
Die Highlights sind wie immer die Orte, die selten zugänglich sind, in diesem Jahr insbesondere die Sternwarte St. Stephan, die frisch renovierten Badstuben in den Fuggerhäusern in der Maxstraße oder auch der Wasserturm des Glaspalasts. Dem Licht entfliehen kann man z.B. bei der Kellerführung durchs Theater, beim Liegekonzert im Space2be oder beim Dunkelkonzert in der Krypta von St. Ulrich.
Wie die Pioniere des Films mit Scherenschnitt und Laterna Magica gearbeitet haben, zeigen die Kinos Liliom, Mephisto und Thalia. Das Lichtspielhaus (!) am Obstmarkt zeigt außerdem den Filmklassiker "Cinema Paradiso" – auf der Hauswand gegenüber.
Straßentheater darf natürlich auch nicht fehlen: Niederländische Laternenanzünder und die überlebensgroße Lichtgestalt "Dundu" machen sich auf den Weg durch die Innenstadt, auf dem Rathausplatz steigt das französische Feuerspektakel "Rêve" (Traum). Die After-Art-Drinks genießt man in der Soho Stage bei der Berliner Band Uh Oh, dem ein oder anderen noch von der "Ars Dilettanti" 2012 ein Begriff, beim Jazz mit Tim Allhoff im Thalia oder bei den legendären DJanes Conan DNS in der Golden Glimmer Bar.
Das komplette Programm hier, Tickets gibt's ab sofort in den Augsburger Museen, der Bürgerinfo am Rathausplatz, im Theater, Thalia und beim AZ-Kartenservice. Und wenn jetzt doch irgendein Schlaumeier mit Goethe daherkommt, dann antworten wir: Mehr Licht geht nicht! Danke. (flo)
Foto: kwneun/Günther Holzhey/Theater Ausgburg/Karsten Kronas






