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Rettet Unserdeutsch!

Was klingt wie ein Schlachtruf der Hogesa ist ein Unternehmen der Uni Augsburg. Sprachforscher wollen den kreolischen Dialekt "Unserdeutsch" aus der Kolonialzeit dokumentieren...

Was klingt wie ein Schlachtruf der Hogesa ist ein hochwissenschaftliches Unternehmen der Uni Augsburg. Das Ganze geht zurück auf Deutschlands Kolonialgeschichte, die von 1884 bis 1914 auch in Papua-Neuginea ihre Spuren hinterlassen hat – neben Weihnachtsbäumen und Bier, versteht sich.

Der kreolische Dialekt "Unserdeutsch" entstand zur Jahrhundertwende im Bismarck-Archipel unter den Schülern einer Missionsschule in der Nähe von Rabaul (heute Provinz East New Britain, ehemals Neupommern) und ist "die einzige Kreolsprache, die das Deutsche hervorgebracht hat", so die Uni Augsburg.

Péter Maitz, Inhaber des Lehrstuhls für Deutsche Sprachwissenschaft, will nun gemeinsam mit dem einheimischen Sprachforscher Craig A. Volker und dem Augsburger Dialektforscher Werner König "Unserdeutsch" retten, bevor die noch rund einhundert Sprecher ihren letzten Satz tun.

Um "Rabaul Creole German", wie es in Fachkreisen genannt wird, umfassend zu dokumentieren, ist Maitz im September 2014 nach Australien und Papua-Neuguinea gereist, hat mit den Sprechern Kontakt aufgenommen und erste Aufnahmen gemacht. "In Kürze werden wir auf einer ausführlichen Projekthomepage über den Verlauf unserer Forschungen und über deren erste Ergebnisse berichten", so Maitz.

Bereits 2009 war "Unserdeutsch" Gegenstand einer Theaterprojekts des Goethe-Instituts. Demzufolge klingt der Dialekt wie "Hochdeutsch, das ein bisschen verdreht worden ist". Fragewörter stehen am Ende des Satzes ("Du geht wo?"), der Genitiv wird mit "fi" gebildet ("Haus fi Tom" = Toms Haus) und der Plural durch das Wort "alle" ("alle Freund" sind also mindestens zwei Kumpel). Und wer jetzt behauptet, um solche Sätze zu hören, hätte der Professor sein Univiertel gar nicht unbedingt verlassen müssen, der soll sich schämen was! (flo)

im Bild: Feldforschung mit Bier: Peter Maitz (links) mit Joseph Schulze Hermann, einem der letzten "Unserdeutsch"-Sprecher (Foto: Peter Maitz)

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