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Trinkwasser: Bayerischer Wassercent führt zu Preisanpassungen ab 1. Juli
Der Freistaat Bayern erhebt zum 1. Juli pro 100 Liter Wasser den sogenannten Wassercent. Die Wasserversorger – und auch die Stadtwerke Augsburg (swa) – ziehen diesen über die Wasserrechnung ein und reichen den Betrag an den Freistaat weiter. Um 13 Cent (brutto) wird deshalb der Wasserpreis pro verbrauchtem Kubikmeter Trinkwasser (1.000 Liter) ab 1. Juli angepasst. Um 3,75 Euro monatlich wird zusätzlich der Grundpreis pro Wasseranschluss angehoben. Das ist wegen der allgemeinen Baupreissteigerungen und zur Finanzierung notwendiger Investitionen in den Brunnen- und Leitungsbau sowie für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an den Anlagen erforderlich.
Für einen durchschnittlichen Haushalt mit drei Personen, in einem Mehrparteienhaus mit zehn Wohneinheiten und einem Jahresverbrauch von 132 Kubikmeter Trinkwasser bedeutet das eine Preissteigerung von 1,80 Euro im Monat oder sieben Prozent. Im Einfamilienhaus beträgt die Anpassung 5,20 Euro im Monat.
Die Wasserversorger, die Grundwasser für die Versorgung mit Trinkwasser entnehmen, müssen den Wassercent an den Freistaat abführen und entsprechend von den Kundinnen und Kunden einfordern. Verwendet wird das Geld unter anderem für Projekte des Wasser- und Trinkwasserschutzes, für nachhaltige Wasserbewirtschaftung und Maßnahmen der langfristigen Wassersicherheit in Bayern.
„Die Stadtwerke Augsburg investieren seit Jahrzehnten in diese Bereiche“, erklärt der Leiter der Wasserversorgung der swa, Florian Killer. Er befürchtet, dass Augsburg deshalb nur wenig von dem Wassercent profitieren wird, auch wenn das Gesetz noch wenig konkrete Aussagen zur Verwendung des Wassercents macht.
So wird etwa mit dem sogenannten „Augsburger Modell“ der Schadstoffeintrag aus der Landwirtschaft möglichst gering gehalten. Seit über 30 Jahren erhalten Landwirte im Bereich des Trinkwasserschutzgebietes Ausgleichszahlungen, wenn sie auf Chemieeintrag durch Pflanzenschutzmittel oder Dünger verzichten. So ist der Nitratwert des Augsburger Trinkwassers seit Jahrzehnten sehr gering.
Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg setzen die swa Projekte im Trinkwasserschutzgebiet für Natur- und Artenschutz um, wie etwa die Anlage von Blühbrachen, Streuobstwiesen, Himmelsweihern oder Schneisen im Wald über Trinkwasserleitungen als „Insekten-Autobahnen“.
Mit Horizontalfilterbrunnen gegen den Klimawandel
Eine Herausforderung auch in Augsburg ist der Klimawandel. „Nicht etwa, weil wir unter Wasserknappheit leiden, wie andernorts“, so Florian Killer. „Wir haben im Lechschotter einen sehr starken und ergiebigen Grundwasserstrom, so dass wir auch bei länger anhaltender Hitze und Trockenheit weniger von Wassermangel betroffen sind.“ Es ist vielmehr der häufigere Starkregen, der den swa Probleme bereitet. „Dadurch versickert das Wasser schneller und die Filterwirkung des Bodens verringert sich“, so Killer. Damit können Keime in das Grundwasser gelangen. Deshalb bauen die swa seit Jahren etwas tiefere sogenannte Horizontalfilterbrunnen. Anstatt aus sechs bis sieben Metern Tiefe, reichen sie in etwa 22 Meter. Das dortige Grundwasser wird zusätzlich durch die tertiären Sande gereinigt.
Trinkwasser ist das am stärksten kontrollierte Lebensmittel. Damit das Grundwasser aus dem Trinkwasserschutzgebiet immer frisch, naturbelassen und bedenkenlos am heimischen Wasserhahn genossen werden kann, wird es regelmäßig auf Schadstoffe untersucht. Während andernorts Medikamentenrückstände, Mikroplastik oder sogenannte PFAS Probleme bereiten, sind diese im Augsburger Trinkwasser nicht nachweisbar. Weil am westlichen Rand des Trinkwasserschutzgebietes langkettige PFAS im Grundwasser nachgewiesen werden, haben die swa sechs der insgesamt mehr als 60 Trinkwasserbrunnen vorsorglich abgeschaltet, so dass im Augsburger Trinkwasser auch weiterhin grundsätzlich kein PFAS nachgewiesen werden kann.
(alle Preisangaben verstehen sich in Brutto-Preisen)
Foto: Thomas Hosemann/swa






