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"Und was willst du mal werden?"

Jobsuche und Selbstverwirklichung...

Fragt man junge Menschen, die bald mit der Schule fertig sind, nach Ihren beruflichen Wünschen, fallen die Antworten klassischer aus als viele vermuten würden. Wollte im Sandkastenalter noch jede/r Zweite Feuerwehrmann, Pilot oder Tierärztin werden, gestalten sich die Wünsche einige Jahre später realistischer. Laut der Webseite Ausbildung.de sind die Top drei der Ausbildungsberufe folgende:

· Platz 1: Kaufmann/-frau im Einzelhandel
· Platz 2: Verkäufer/-in
· Platz 3: Bürokaufmann/-frau

Dass die ersten Plätze von eher traditionellen Berufen belegt werden, mag in einer Zeit, in der es zunehmend um Individualität und Selbstverwirklichung geht, verwundern. Fast könnte man schließlich den Eindruck gewinnen, der Trend gehe zu Berufen, die entweder erst erfunden werden müssen oder von der Norm abweichen. Der Grund: Die fortschreitende Digitalisierung, die Jobs generiert, für die es keine Ausbildung gib, manchmal (noch) nicht einmal eine Bezeichnung. Man macht halt „irgendwas mit Medien". Sogenannte „Data Scientists", Menschen also,die durch Analyse und Kreativität verwertbare Kenntnisse aus großen Datenpools ziehen, werden in der „Industrie 4.0" zwar händeringend gesucht, der Beruf findet sich jedoch in keiner Top-Liste wieder.

Handwerkliche Berufe und die Medienwelt

Ebenso verwunderlich: Klassische handwerkliche Tätigkeiten, die nicht selten eine kreative und schöpferische Komponente beinhalten, werden ebenfalls nicht genannt. Dabei sollte man doch gerade von diesen Berufen, die Kreativität und individuelle Entfaltung ermöglichen, höhere Beliebtheit erwarten. Nicht zuletzt deshalb, weil sie häufig Kontakte in die beliebte Medienbranche ermöglichen. Kreativ schaffende Handwerker arbeiten oft für Film, Fernsehen und Theater. Bühnenbilder und Kostüme wären ohne die kreativen Köpfe und geschickten Hände von Schneidern und Modisten nicht denkbar. Am Beispiel des Musicals „Der König Der Löwen", das allein in Hamburg knapp 10 Millionen Besucher begeisterte, wird der Aufwand von großen Produktionen deutlich: Für das Stück wurden mehr als 400 Kostüme per Hand gefertigt, von den restlichen Requisiten ganz zu schweigen. Die Nachfrage nach handwerklichen Dienstleistungen ist also durchaus gegeben. Engpässe herrschen im handwerklichen Bereich weniger in den Kreativberufen als vielmehr im Gesundheitswesen und in technischen Berufsfeldern vor. Besonders betroffen vom Fachkräftemangel ist Baden-Württemberg, doch auch in Augsburg ist der Fachkräftemangel Thema. Um Fachkräfte langfistig zu binden, sei vor allem eine wertschätzende Führung effektiv, so Prof. Dr. Andreas Otterbach von der SAM Deutschland kürzlich bei einem Referat.

Bildrechte: Flickr Handwerk - gefällt mir Maik Meid CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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