Grüne wollen in die Stichwahl

Die Augsburger Grünen haben am Donnerstag ihre OB-Kandidaten offiziell vorgestellt. Umrahmt von den Vorstandsmitgliedern Matthias Strobel und Antje Seubert stellten Nico Kanelakis, Reiner Erben und Raphael Brandmiller (v.l.) ihre Motivationen und Vorhaben kurz dar und zeigten sich dabei durchaus selbstbewusst.

Zweitstärkste Kraft in Augsburg mit zweistelliger Fraktionsstärke will Raphael Brandmiller mit den Grünen werden, der sich sicher ist, dass der grüne OB-Kandidat die Stichwahl erreichen kann. Aktuell hat Bündnis 90/Die Grünen sechs Sitze im Stadtrat. Als Zeichen seines Selbstbewusstseins will der hauptberufliche Unternehmensentwickler sogar auf einen oberen Listenplatz verzichten. Zu seiner Motivation, als Ex-SPD-Mitglied nach gut einem Jahr Parteizugehörigkeit zu den Grünen schon als OB-Kandidat anzutreten, sagte der 32jährige: "Ich bin seit 2003 Vorsitzender des Stadtjugendrings und habe erlebt, wie politische Entscheidungen getroffen werden. Ich bin der Meinung, diese Entscheidungen kann man besser treffen."

Ein alter Hase ist dagegen Reiner Erben. Der 54jährige Politikwissenschafter blickt bereits auf zwei Jahrzehnte Kommunalpolitik bei den Grünen zurück und ist seit 1997 Stadtrat. Erben liegen vor allem die Themen Klima- und Umweltschutz sowie Migration und Flucht am Herzen. Der Geschäftsführer des Vereins "Tür an Tür" will Augsburgs "Skandalimage" verbessern und dafür sorgen, "dass Augsburg den Titel Umweltstadt zu Recht trägt", so Erben.

Integration steht auch für Nico Kanelakis im Mittelpunkt. Der in Augsburg geborene Sohn griechischer Eltern war bis 2008 für die SPD aktiv und Stadtrat unter der Regenbogenregierung. Kanelakis arbeitet als Referent im Präsidium der Hochschule Augsburg und betreut dort u.a. den Innovationspark. Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit sind die Schwerpunkte des 36jährigen, der sich erst auf Vorschlag zur Kandidatur entschied.

Gleich ist allen drei Kandidaten, dass sie mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein in den Wahlkampf gehen. Die Erfolge der Grünen in NRW und Baden-Württemberg und vor allem in Stuttgart machen auch in Augsburg Hoffnung. Von einer Spaltung will man dagegen nichts wissen: "Bei uns wird niemand ausgegrenzt und alle kommen zu Wort, deshalb sehe ich diese Gefahr nicht", so Vorstandssprecherin Seubert. Und ihr Kollege Strobel ergänzt: "In allen drei Kandidaten schlägt ein grünes Herz." Ein Satz, über den sich Partei und Presse gleichermaßen freuten, wie auch die Fotos in den Medien morgen zeigen dürften...

Die drei Kontrahenten wollen sich nun in zwei Veranstaltungen am 26.02. und 11.03. der Öffentlichkeit und den Mitgliedern vorstellen, die danach via Mitgliederbefragung ihren Favoriten küren. Bis zu diesem Termin kann man auch noch bei den Grünen eintreten, um bei der Wahl mitzustimmen. Das Ergebnis wird am 04. April bekanntgegeben. Die Kommunalwahl in Augsburg findet am 16. März 2014 statt.

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