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Rathausplatz sprengen
Politik

Kunst-Aktion "Rathausplatz sprengen"

Unangemeldete Kunstaktion: Unter dem Titel "Rathausplatz sprengen" haben die Aktivist*innen den Rathausplatz mit "handelsüblichen Sprengutensilien" gesprengt. Dabei beziehen sie sich auf die Gießkannen, die dafür genutzt werden, den heimischen Rasen mit Wasser zu versorgen.

Die Diskussion um eine Begrünung von innerstädtischen Flächen ist groß und wird regelmäßig von verschiedenen aktivistischen Gruppen vorangetrieben. Erst vor Kurzem hatten sich Gewerbetreibende in der Bahnhofstraße mehr Begrünung gewünscht [AZ 15.08.2025]. Angesicht der steigenden Zahl der immer schwerwiegenderen Hitzewellen scheint die Forderung nach Schatten sehr verständlich. Auch für Gewerbetreibende ist die Hitze in versiegelten Flächen eine reale Bedrohung. Wo Menschen sich nicht wohl fühlen oder gar um ihre Gesundheit bangen müssen, werden sie auch nicht einkaufen oder sich in ein Café setzen.

"Überall in der Stadt wird der Rasen im Garten gesprengt, damit er schön grün bleibt und sich Menschen im eigenen Garten wohl fühlen. Wir wollen mit dieser satirischen Einlage darauf aufmerksam machen, dass diese Steinwüste einfach nur tot ist. Augsburg soll eine lebendige Stadt sein und dafür muss jetzt großflächig entsiegelt werden!" fordert Sophie Natrup.

Dass die Hitze eine reale Gefahr für Menschen ist, zeige sich auch in den Sterbezahlen des RKI. Dort wird von ca. 7.900 Hitzetoten ausgegangen. Die Straßen Augsburgs, die durch ihren hohen Grad an Versiegelung geprägt sind, tragen dazu bei, dass die Stadt sich stark erhitzt und in den Nächten nicht abkühlen kann, was sich besonders negativ auf die Gesundheit auswirkt. Dabei sind Autos ein wichtiger Grund für die starke Erhitzung in der Stadt. Denn sie führen durch ihre eigene Abwärme zu Erhitzung, tragen durch ihre Emissionen dazu bei, dass zukünftig Hitzewellen häufiger und heißer werden und sorgen für Flächenversiegelung für Verkehrsflächen und Parkplätze. Deshalb erklären die Aktivist*innen, dass den Autos als "fahrende Heizungen" nicht mehr so viel Platz in der Stadt eingeräumt werden dürfe:

 "Wir können es uns nicht mehr leisten, fahrende Heizungen in die Stadt zu lassen. Wir müssen die öffentliche Fläche, die jetzt noch als Parkplatz genutzt wird, entsiegeln und so für den Schutz unserer Mitmenschen verwenden. Diese Flächen einfach nur dafür zu nutzen, um Autos abzustellen, sorgt dafür, dass immer mehr Menschen in unseren Städten an Hitze sterben." so XY[Pseudonym].

Die Aktion knüpft an den Die-In zum Hitzeaktionstag an und es wird betont, dass die Klimakatastrophe zu immer mehr Hitzewellen und auch zu häufigeren Waldbränden führt. Deshalb reiche es nicht, sich jetzt vor Hitze zu schützen, während die Emissionen weiter steigen.

"Die Begrünung ist wichtig. Doch sie ist Symptombekämpfung. Wir müssen gleichzeitig auch die Klimaerhitzung bekämpfen. Augsburg könnte das tun, indem die Stadt einen modernen ÖPNV und ein sicheres und lückenloses Radwegenetz ausbaut, um klimafreundliche Mobilität zu ermöglichen und die Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren." erklärt XY[Pseudonym].

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