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Haus raus!
Der Mörder ist ja eigentlich immer der Gärtner. Aber manchmal ist der Gärtner auch selbst dran bzw. seine einstige Bleibe.
Am geplanten Abriss des Gärtnerhauses im Martinipark hat sich in den letzten Wochen ein heftiger Streit entzündet mit dem Bund Naturschutz auf der einen und dem Besitzer des Geländes auf der anderen Seite. In dem baumreichen und von Kanälen durchzogenen Areal im Textilviertel sollen in den kommenden zwei Jahren 350 Wohnungen entstehen, der Stadtrat hat bereits zugestimmt. Und neben der Fällung von, laut dem Bund Naturschutz, 58 Bäumen ist auch besagtes Gärtnerhaus bedroht. Ab heute muss es heißen: war bedroht.
Die Augsburger "Parkschützer" starteten am Dienstag, nachdem begonnen wurde, das Gebäude zu entkernen, eine letzte Offensive mit E-Mails an den Oberbürgermeister, den Stadtrat und die Medien. "Auf meinen offenen Brief vom Dienstag an OB Gribl und alle Fraktionen erhielt ich von keinen Stadtvertretern irgendeine Reaktion außer von der Ausschussgemeinschaft", so Alexandra Blümel vom "Freundeskreis Gärtnerhaus im Park". Jetzt weiß sie warum: Die Würfel waren längst gefallen. Der Abriss hat am heutigen Freitag begonnen.
"Wir bedauern den Abbruch, aber wir halten insbesondere auch vor dem Hintergrund der aktuell wohnwirtschaftlich engen Situation in Augsburg den Bau von 350 Mietwohnungen für sehr wichtig", so Martini-Geschäftsführer Wolfgang Geisler in einer Stellungnahme. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte im Vorfeld abgelehnt, das Gebäude bzw. das Ensemble mit Gewächshäusern unter Denkmalschutz zu stellen.
Wenn man überlegt, was im einst so idyllischen Textilviertel schon alles angerichtet wurde – Schleifenstraße etc. - ist man fast versucht zu sagen: "Eh scho' wurscht." Bleibt zu hoffen, dass die Brauerei Riegele die ehemalige Gaststätte Turamichele, die u.a. den Provino Club beherbergt, zumindest noch ein paar Jahre stehenlässt. (flo)
Fotos: gaertnerhaus-im-park.de/Martina Vodermayer






