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Hunderte Augsburger demonstrieren gegen Abschiebungen
Es war ein beeindruckendes Zeichen: Nach Veranstalterangaben sind am vergangenen Samstag über 600 Teilnehmer dem Aufruf des Augsburger Flüchtlingsrats gefolgt, um in der Innenstadt gegen die Abschiebungen nach Afghanistan zu protestieren, die am Mittwoch begonnen hatten. Darunter befand sich nach Angaben des Flüchtlingsrats auch ein in Augsburg lebender 23-jähriger Flüchtling, der kurz vor Abschluss eines Ausbildungsvertrags stand und nun in Kabul um sein Leben fürchten muss, da er für die US-Streitkräfte tätig war.
Laut Thomas Körner-Wilsdorf, Vorstand von Tür an Tür e.V., soll das durch die Abschiebungen geschaffene "Klima der Angst" auch den Flüchtenden auf ihrem Weg nach Europa "die letzte Hoffnung" nehmen.
Der Augsburger Schriftsteller Franz Dobler, der sich für den Unterstützerverein des Flüchtlingsrats engagiert, lenkte den Blick über den konkreten Anlass hinaus: "Wir protestieren heute gegen Abschiebungen, aber ich befürchte, dass es dabei auch darum geht, unser Land gegen eine weitere Bedrohung zu verteidigen. Denn die Neue Rechte ist vor allem der Hass gegen Geflüchtete eine ihrer Hauptantriebskräfte. Sie schaffen es mit so irren Behauptungen, dass Deutschland und seine angebliche Leitkultur von Migranten und Geflüchteten abgeschafft würde, eine Menge Stimmen zu holen. Sie holen so viele Stimmen, dass inzwischen Politiker von der CSU bis zur Linken auf diese Bedrohung von rechts dadurch reagieren, dass sie Sprache, Ziele und Behauptungen dieser Bewegung aufgreifen, um ihre Wähler am Abwandern zu hindern."
Seit Kurzem kann man den Flüchtlingsrat auch durch den Erwerb von gespendeten Kunstwerken unterstützen: spendekunst.org
Bilder von der Demo am Samstag gibt es hier.
Fotos: Christian Menkel






