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Offener Brief gegen Abschiebungen
Im Dezember demonstrierten hunderte Augsburger gegen Abschiebungen nach Afghanistan - nicht zum einzigen Mal.
Post von der Stadtgesellschaft: Ein Bündnis aus 31 Organisationen und Einzelpersonen in Augsburg steht hinter dem Offenen Brief an Oberbürgermeister Kurt Gribl und den Stadtrat. In dem Schriftstück wird die Bitte formuliert, zu prüfen, "welche Möglichkeiten die Stadt hat, langjährig Geduldeten einen sicheren Aufenthaltstitel zu ermöglichen".
Hintergrund ist die Ausreise des afghanischen Flüchtlings Ahmad Shakib Pouya, der Mitte Januar nach Afghanistan zurückgekehrt ist, um seiner drohenden Abschiebung zuvorzukommen. Pouya lebte einige Jahre in Augsburg und war u.a. im Grandhotel Cosmopolis aktiv.
"Herr Pouya ist zwar ein besonderer, aber dennoch kein Einzelfall", heißt es in dem Brief. Und weiter: "Wie viele andere Geduldete wartete er jahrelang auf einen positiven Ausgang seines Antrages und bemühte sich in die Gesellschaft aufgenommen zu werden. Obwohl ihm dies trotz rechtlicher Beschränkungen wie einem Arbeitsverbot gelang, wurde er letztendlich zur Ausreise gezwungen. Am 23. Januar fanden erneut Abschiebungen nach Afghanistan statt und wieder traf es Menschen aus unserer nächsten Umgebung."
"Der Brief wurde persönlich übergeben", berichtet der Augsburger Flüchtlingsrat als Verfasser. Unter den Unterzeichnern finden sich Institutionen wie das Grandhotel, der Verein "Tür an Tür", das Sensemble Theater oder der Stadtjugendring, aber auch Einzelpersonen wie Brechtfestivalleiter Patrick Wengenroth, die Stadtdekane Susanne Kasch und Helmut Haug sowie Neue-Szene-Chefredakteur und FCA-Aufsichtsratsmitglied Walter Sianos.
Um seine Forderung zu bekräftigen und sich gegen "die Abschiebungen in Krieg und Perspektivlosigkeit zu wehren" ruft der Flüchtlingsrat bereits zum fünften Mal zu einer Demonstration auf: Treffpunkt am 11. Februar um 12.00 Uhr ist der Moritzplatz. Den kompletten Brief gibt's hier. (PM/flo)
Foto: Christian Menkel






