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Quo vadis Modular?

Nach Ende des Festivals gibt es viel Lob, aber auch heftige Kritik. Bei der Diskussion um den künftigen Veranstaltungsort geht es hoffentlich weniger hitzig zu...

Das Modular lockte von 15. bis 17.06. wieder zehntausende Besucher an. Wer drin war, war begeistert...

Für die einen sind es "Basshämmer und Beats, die in die Körper der unbeteiligten Bewohner der Stadt dringen und ihre Seelen vergiften", für 30.000 Besucher war das Modular 2017 ein echtes Highlight. Den Veranstaltern ist es - natürlich aus Besuchersicht - gelungen, die vorhergehenden Ausgaben noch einmal zu toppen, und das nicht mit naheliegenden Maßnahmen wie bekanntere Bands, sondern mit Punkten wie Geländegestaltung und Partizipation. Mal abgesehen vielleicht von der Toilettensituation gibt es also aus dieser Warte kaum größere Kritikpunkte am Stadtjugendringfestival.

Wenn 30.000 zumeist junge Menschen drei Tage lang feiern, ist es nicht zu vermeiden, dass Anwohner auch in entfernten Stadtteilen etwas davon mitbekommen. Das ist den meisten Besuchern durchaus bewusst - die wenigsten dürften von der Haustür bis zum Festivaleingang mit Kopfhörern unterwegs sein. Ob dadurch wirklich die Seelen der sonst so stabilen Augsburger vergiftet werden, wie die DAZ noch Samstagnacht vermutete, lassen wir mal dahingestellt. Sicher aber ist, dass das Modular eben keine der üblichen "heiligen Messen der Spaß- und Partygesellschaften" ist. Das bestätigen alle Beteiligten, von den Zuschauern über die Künstler bis zu den Securitys.

Eine dreitägige jeweils neunstündige Freiluft-Musikbeschallung von 14 bis 23 Uhr muss für Protest sorgen, alles andere wäre für jede deutsche Stadt, die nicht Berlin ist, unvorstellbar. Das Gelände beim Kongress im Park ist aus Veranstalter- und Besuchersicht schlicht und einfach perfekt. Ob die oft unterstellten Umweltschäden tatsächlich so groß sind, darf zu Recht bezweifelt werden, schließlich ist Augsburg nicht die erste Stadt, die einen Park bespielt. Bei der "Fête de la musique" in Genf etwa besuchen 200.000 Besucher an drei Tagen über 600 Konzerte in der ganzen Stadt – auch in mehreren Parks.

Die Modular-Veranstalter waren und sind auch dieses Jahr bemüht, die schädlichen oder störenden Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Das Stadtjugendringfestival ist in dieser Hinsicht vorbildhaft. Zu hören wird es immer sein, auch im Gaswerk. Das Gelände in Oberhausen gilt als wahrscheinlichster neuer Veranstaltungsort ab dem kommenden Jahr, bestätigt ist aber noch nichts.

Geeignet wäre das Gelände auf jeden Fall und als Motor für den geplanten Kreativpark im Sinne des Besitzers. Dem Modularteam ist es durchaus zuzutrauen, die Herausforderungen eines Umzugs zu meistern und dadurch ein wichtiger Türöffner für die Gaswerkspläne von Stadt und Stadtwerken zu werden. Den anreisenden Stars dürfte es relativ egal sein, ob sie nun einen oder drei Kilometer vom Königsplatz entfernt auftreten. Den Besuchern allerdings nicht, es bliebe das Gefühl, mal wieder an die Peripherie abgeschoben zu werden. In Augsburg konzentriert sich das Interesse nach wie vor extrem auf einen sehr kleinen Bereich in der City, was übrigens nicht nur für Jugendliche gilt.

Wenig hilfreich ist indes das Interpretieren des Modulars als normales Open Air und Kampf der "Gute-Laune-Fraktion" gegen die "Grundrechte auf Ruhe und Schlaf von Tausenden von Bürgern", um noch einmal die DAZ zu zitieren. Die Zukunft des Festivals an sich stellt glücklicherweise kaum jemand in Frage, bei der Standortwahl ist nun Fingerspitzengefühl gefragt, Verständnis von beiden Seiten für beide Seiten sowie ein vertretbares Maß an Toleranz. (flo)

Foto: Christian Menkel

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