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35 Jahre Neue Szene: Eine Nacht durch die Jahrzehnte
Man muss an diesem Abend im Yolo-Toast nur einmal die Wendeltreppe hinauf und wieder hinunter gehen. Unten stehen Menschen mit Getränken in der Hand und reden über Dinge, die Jahrzehnte zurückliegen. Oben läuft Musik. Und wer wieder unten ankommt, weiß nicht mehr genau, ob er gerade eine Treppe oder eine kleine Zeitreise hinter sich hat.
Etwa 300 Gäste feierten am Samstagabend das 35-jährige Bestehen der Neuen Szene Augsburg: Freunde, Geschäftspartner, ehemalige Mitarbeitende und Weggefährten. Manche kennen das Magazin seit den Anfängen, andere kamen später dazu. Die Neue Szene taucht schließlich in ziemlich vielen Augsburger Biografien auf.
Das Yolo-Toast war dafür die passende Adresse: eine 80er-Jahre-Kneipe mit entsprechendem Interieur, oben die Disco, erreichbar über jene Wendeltreppe. Beginn war um 20 Uhr, Schluss gegen vier.
Ein Lebkuchenherz und viele Erinnerungen
Werner G. Lengenfelder, der Pop-Papst, brachte als Geschenk ein Lebkuchenherz vom Oktoberfest mit, darauf die Aufschrift „35 Jahre Neue Szene“. Gegen 20.30 Uhr stellten sich die Geschäftsführer und Mitbegründer Walter und Danny auf die Treppe und blickten auf die vergangenen Jahre zurück. Es gab Anekdoten aus den Jahrzehnten und Erinnerungen an ehemalige Mitarbeitende, die das Magazin über die Jahre mitgeprägt haben.
Danach wurde geredet, getrunken und erstaunlich ambitioniert gekickert. Ein Jubiläum kann schließlich auch sportlich werden. Alte Bekanntschaften wurden aufgefrischt, neue geschlossen, und manche Geschichte aus früheren Jahren fand ein neues Publikum.
Tanzen durch die Jahrzehnte
Gegen 22 Uhr wechselte die Feier nach oben. Dort übernahmen Constanze und Andi alias Disco Inferno die Turntables. Das Augsburger DJ-Duo bewegt sich im Disco- und Funkbereich und spielte genau die Sorte Musik, bei der man sich schnell entscheiden muss, ob man noch reden oder schon tanzen will.
Später legte Lefty vom Go-Go-Club auf und schickte die Nacht noch ein paar Jahrzehnte weiter zurück: 50er und 60er, Rock’n’Roll, Beat und Rockabilly. Auf der Tanzfläche trafen Gäste, die schon bei der 25-Jahr-Feier dabei waren, auf solche, die erst danach zur Neuen Szene gestoßen sind. So sieht eine lange Geschichte aus, wenn man sie nicht als Chronik druckt, sondern in einem Raum versammelt.
Die Reaktionen am nächsten Tag fielen entsprechend aus. „Viele bekannte Gesichter und gute Gespräche mit alten und neuen Freunden“, kommentierte ein Gast auf Facebook. Ein anderer schrieb: „Ein großartiger Abend! Danke und Hoch die Tassen!“ Und ein Besucher, der schon bei der 25-Jahr-Feier dabei war, stellte fest: „Wow, schon wieder zehn Jahre vorbei. Die Zeit fliegt.“
Gegen 4 Uhr ging die Musik aus, die Gespräche verebbten, und die Gäste verschwanden in die Augsburger Nacht. Wer zum letzten Mal die Wendeltreppe hinunterging, hatte mehr als eine Feier hinter sich: 35 Jahre Neue Szene, in einer Nacht einmal durchschritten.






