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e-sports – wenn Pixel schwitzen

Vor einigen Jahren noch konnten nur wenige Menschen etwas mit dem Begriff eSport anfangen, jedoch konnte die Szene in letzter Zeit einen rapiden Zuwachs vermelden. Der Augsburger Sportverein Anoxiq ist aktiv.

Vor einigen Jahren noch konnten nur wenige Menschen etwas mit dem Begriff eSport anfangen, jedoch konnte die Szene in letzter Zeit einen rapiden Zuwachs vermelden.

Unter eSport versteht man ähnlich zum „realen“ Sport die Austragung von Wettbewerben von wettkampfbasierten Turnieren von Video- bzw. Computerspielen und vergleichbar mit echten Sportarten, messen sich die Teilnehmer in verschiedenen Kategorien, um die besten Spieler zu ermitteln. Die wachsende Popularität dieses digitalen Sports ist bereits seit geraumer Zeit vorwiegend in Asien explosionsartig gestiegen und wird auch zunehmend in europäischen Gefilden immer beliebter. In Südkorea wurde beispielsweise bereits Anfang der 2000er Jahre ein Verband für eSport-Interessierte gegründet – weitere Organisationen in verschiedenen Ländern folgten darauf. Insbesondere im asiatischen Raum stehen zahlreiche Fans hinter den Profispielern und feuern diese bei zum Teil internationalen Turnieren und Wettbewerben an.

Trotz der zunehmenden Beliebtheit dieses Sports, gibt es in Europa noch immer einige Vorbehalte gegen diese Art von Veranstaltungen. Es sollte jedoch nicht unterschätzt werden, wie sehr dieser Sport gängigen Sportarten ähnelt, da ebenso sehr individuelle Fähigkeiten, enormes Geschick, Feingefühl sowie cleveres Taktieren gefragt sind. Die wichtigste Komponente ist wie im Fußball das Teamplay, denn ohne seine Teamkollegen hat ein einzelner Spieler nur wenig Chancen, erfolgreich zu sein. Selbstverständlich bedarf es vieler Trainingsstunden, um sein Leistungsniveau an die Weltspitze anzupassen, da die Leistungsdichte noch mehr zunehmen wird.

Ein weiterer Aspekt, welcher darauf hinweist, dass eSport eine vielsprechende Zukunft hat, ist die Tatsache, dass man bereits heute bei Buchmachern auf eSport-Turniere wetten kann. So gibt es Webseiten, die CS go wetten auf Counter-Strike-Turniere – einem beliebten Ego-Shooter – anbieten, wobei zahlreiche Wettoptionen zur Verfügung stehen und es Nutzern von Wettseiten erlauben, durch ihr Fachwissen Geld zu gewinnen.

Sinnbildlich dafür steht der Augsburger Sportverein Anoxiq, welcher voll auf den eSport-Trend setzt und seinen Mitgliedern gemeinsame Trainings sowie die Veranstaltung und Austragung von Wettbewerben bietet. Zudem trifft man sich regelmäßig bei Stammtischen und Ausflügen sowie Public Viewings, um seine Kollegen live zu unterstützen. Die Gründer fokussieren sich dabei vorrangig auf den Raum Augsburg, um regionale Talente zu fördern. Selbst im akademischen Bereich wird in diese Richtung geforscht; so wurde an der Universität Augsburg dank des EXIST-Stipendium eine Online-Plattform entwickelt, die weltweite eSport-Turniere speziell für sogenannte Casual Gamer (Gelegenheitsspieler) organisiert. Im Fokus stehen dabei Spieler, die keinem Verband angehören, dennoch an internationalen Turnieren teilnehmen möchten. Für dieses innovative und zukunftsweisende Gründungsvorhaben namens „Gaming Athletes“ haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der Europäische Sozialfond (ESF) an die beteiligten Akademiker ihr EXIST-Gründerstipendium vergeben.

Für interessierte Beobachter stellt sich nun die Frage, wie die ambitionierten Entwicklungen foranschreiten werden und ob eSport weiterhin so rasant wachsen kann, um auch den Massenmarkt mittel- bis langfristig begeistern zu können. Die Ansätze sind mit Sicherheit vielversprechend und die besten Voraussetzungen sind aufgrund der fortschreitenden technologischen Weiterentwicklungen sowie der Optimierung der IT-Infrastruktur weltweit absolut gegeben, dennoch ist zweifelhaft inwieweit die Fokussierung auf digitalen bzw. elektronischen Sport vor allem Kindern und Jugendlichen die gleichen Vorzüge bieten kann wie es körperlicher Sport zu geben vermag.

(pm / pit)

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