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Kleine Berge und große Erinnerungen
Vor 15 Jahren wären sie womöglich ein Traumpaar des Indierocks gewesen: Juliana Hatfield, von der man sich prima vorstellen kann, dass sie mit Lemonheads-Frontmann Evan Dando nicht nur Musik gemacht hat, und Matthew Caws, Sänger einer der eingängigsten Gitarrenbands überhaupt, Nada Surf. Die beiden sind 1967 geboren und haben als Minor Alps im Herbst vergangenen Jahres ein gemeinsames Album veröffentlicht: "Get There" vereint die zwei Talente in kongenialer Weise.
Am Montag war das Duo in der Kantine zu Gast. Die vor 15 Jahren vielleicht auch noch voll gewesen wäre. Jetzt verirren sich rund 50 Zuhörer in den oberen Saal des Clubs im Kulturpark West. Indie hat mittlerweile einen schweren Stand in Augsburg. Die Fans aber wissen, was sie an den beiden Liedermachern haben: Matthew Caws, der Melodiekönig schlechthin, haut einen catchy Song nach dem anderen raus, während die Stimme von Juliana Hatfield pure 90er ist, man denkt unwillkürlich an Bands und Interpreten wie Elliott Smith, Pixies, Buffalo Tom und natürlich Lemonheads.
Ihr Zusammenspiel in der Kantine ist erfrischend unprätentiös, so perfekt wie möglich und so Lo-Fi wie nötig, sympathisch, humorvoll, etwas schrullig und frei von jeglichen Starallüren. Da darf der ein oder andere Nada-Surf-Song nicht fehlen, der Kim-Carnes-Klassiker "Bette Davis Eyes" als Zugabe begeistert das auch altersmäßig durchaus gemischte Publikum vollends. Nach dem Konzert eilen beide zum Merchandising-Stand, da ihr lokaler T-Shirt-Verkäufer in einer Höhle feststeckt. Kein Scherz, wie Caws betont, dem Mann ginge es aber gut, man habe "Radiocontact".
Nach gut anderthalb Stunden endet ein ruhiger, aber magischer Abend in der Kantine, der viele Erinnerungen weckt. Caws, der nach eigener Aussage mit Nada Surf an einem neuen Album arbeitet, verabschiedet sich mit den Worten: "See you in a few years." Sehr gerne! (flo)






