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Kommen und Vollgas geben
Ein Tag nach dem Abschlusskonzert der aktuellen Saison am Sonntag im Parktheater hat die Bayerische Kammerphilharmonie ihr neues Programm vorgestellt.
Es ist keine Anmaßung, wenn Valentin Holub (Foto unten), Bratschist und Geschäftsführer der Bayerischen Kammerphilharmonie (BKP), sein Ensemble mit der Fußballnationalmannschaft vergleicht. Tatsächlich bringt das knapp zwanzigköpfige Orchester mit Sitz in Augsburg regelmäßig "handverlesene" Musiker aus ganz Deutschland zusammen, die dann "ankommen und Vollgas geben", wie Holub es ausdrückt.
Neben dem Stammspielort Kleiner Goldener Saal und den regelmäßigen Ausflügen in die Synagoge und ins Parktheater ist die BKP auf der Suche nach dem "richtigen Saal für die richtige Musik" nun auf die Stadthalle Gersthofen gestoßen. Hier findet am 10. Oktober das Auftaktkonzert zur neuen Konzertreihe 2014/15 statt. Unter dem Titel "beim Jupiter!" stehen dann die drei großen Komponisten Haydn, Beethoven und Mozart auf dem Programm. Und mit dem Gastpianisten Alexander Schimpf gibt es laut Holub "niemand Besseren, der das spielen kann", gemeint ist das vierte Klavierkonzert von Beethoven, das neben Mozarts "Jupitersinfonie" und Haydns Sinfonie Nr. 101 "Die Uhr" zur Aufführung kommt.
Am 30. November gastiert man wieder in der Augsburger Synagoge mit Werken von Franz Schreker, Mieczyslaw Weinberg und Dimitri Schostakowitsch, bevor am 23. Januar 2015 traditionell der Mozartgeburtstag im Kleinen Goldenen Saal gefeiert wird mit dem Gastcellisten Jens Peter Maintz. Laut Holub hat Dirigent Reinhard Goebel dafür "ganz besondere Cellokonzerte ausgegraben", von denen zum Teil weder gedruckte Noten noch Aufnahmen vorliegen. Eine in mehrfacher Hinsicht einmalige Gelegenheit also, für die man unbedingt den Vorverkauf nutzen sollte.
Ende Februar steigt, ebenfalls im Kleinen Goldenen Saal, die vorgezogene "Walpurgisnacht" mit Werken von Brahms und Mendelssohn-Bartholdy und der Gastklarinettistin Caroline Inderbitzin. Die Klarinette steht dann auch beim Konzert im Rahmen des Mozartfests am 10. Mai im Mittelpunkt.
Die Saison klingt wieder im Parktheater aus mit der "Italienischen Serenade" am 05. Juli, bei der u.a. ein Stück des bekannten Filmkomponisten Nino Rota zu hören ist, der neben dem Soundtrack von "Der Pate" die Musik für zahlreiche Fellini- und Visconti-Streifen schrieb, dessen "ernste" Musik aber relativ unbekannt ist. Ein filmreifes Finale also für eine "programmatisch geschlossene Konzertreihe, die starke Kontraste nicht scheut", so Valentin Holub.
Die sechs Konzerte gibt es auch als Gesamtpaket im Vorverkauf, drei davon können als kleines Abo gebucht werden. Die ermäßigten Karten für Schüler, Studenten, Menschen mit Behinderung, Arbeitslose etc. kosten bei selbstveranstalteten Auftritten der Kammerphilharmonie nur zehn Euro - auf allen Plätzen! Die Geschäftsstelle der Bayerischen Kammerphilharmonie in der Jesuitengasse 2 hat Mo-Fr 10-13 Uhr geöffnet. (flo)
Foto oben: Josep Molina; unten: Thomas Schmidt






