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Musik

Mehr Hochzeiten, bitte!

Diese Band wünscht man sich für den "schönsten Tag des Lebens": Orkesta Mendoza in der Kresslesmühle...

Mambo in der Mühle: Orkesta Mendoza, 11.05., Kresslesmühle

Diese Band wünscht man sich auf (s)einer Hochzeit – nachts um eins, wenn alle schon gut angestochen sind und auch die Mädels Vollgas geben... Doch das Orkesta Mendoza funktioniert natürlich auch in der Kresslesmühle bestens, die übrigens eine ideale Konzertlocation ist, was man bei all der Kabarettflut schon fast vergessen hat.

Dass Bandleader Sergio Mendoza bei Calexico Keyboard spielt, steht nicht nur auf dem Plakat, wie er pflichtschuldig erklärt, die sechsköpfige Truppe aus Tucson/Arizona kommt quasi direkt aus dem Umfeld der Americana-Giganten und passt auch bestens dazu. Wobei das Orkesta schon eher für die Tanzfläche gemacht ist: Nur gut einhundert Kilometer von der Grenze zu Mexiko entfernt, sind die lateinamerikanischen Einflüsse ziemlich dominant, Bühnensprache ist mehr Spanisch als Englisch, die Grundrhythmen sind Mambo und Cumbia.

Die Stärke der Formation liegt aber wie so oft in ihren Mitgliedern, denen man allen einen eigenen Artikel widmen könnte, vielleicht mal abgesehen vom Nesthäkchen am Schlagzeug, das quasi aus den Niederlanden ausgeborgt wurde. Leider fehlte Lapsteel-Gitarrist Joe Novelli, der anderweitig auf Tour ist: "We miss him too", so Sergio Mendoza.

Damit aber wirklich genug bedauert, der Bandleader selbst, Gastsänger Salvador Duran, Bassist Sean Rogers, Trompeter und Teilzeitgitarrist Raul Marques sind mit absoluter Begeisterung bei der Sache, Marco Rosano an Baritonsaxophon, Akkordeon und Klarinette bringt bisweilen sogar ein bisschen Klezmeranklänge rein. Versteht sich von selbst, dass alle singen, auch im Publikum - dieser so verführerischen Mischung aus Lebensfreude, Tragik, Pathos und musikalischer Schlitzohrigkeit kann man sich wirklich kaum entziehen.

Die grundsympathische Band hätte durchaus mehr Zuhörer verdient, die knapp 50 Besucher bekamen dann aber auch viel Lob von der Bühne, für die Stadt, das Mozarthaus, das Grandhotel, das Team der Mühle. Und das Wichtigste: Sergio Mendoza versprach wiederzukommen. Das macht er vermutlich in jeder Stadt, aber was soll's. Wir hoffen mal, die Jungs vom Veranstalter Karman e.V. erinnern ihn beizeiten daran. Oder, noch besser: Jemand lädt sie zur Hochzeit ein... (flo)

Das Bild zeigt Marco Rosano, Sergio Mendoza und Salvador Duran (v.l.) beim Auftritt in Salzburg am 09.05. (Foto: Harald Gaukel/www.jazzfoto.at)

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