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These roots are made for walkin'
Das Bild sagt eigentlich schon alles: Im Vordergrund gibt Franz Dobler den Wanderprediger, während Christofer Kochs am Schlagzeug aufmerksam zuhört.
Die "Rusty Roots Roadshow" ist genau das, was der Titel verspricht: eine Schau. Und ein Heidenspaß. Nach der Premiere im Mai im Donauwörther Doubles Club gastierte die "Night for lovers, losers and ramblers" am Samstag im Grandhotel.
Zwei Bands umrahmen den Auftritt des Krimipreisträgers, die szenenbekannten The Hokum Drive mit Max Messer eröffnen und begleiten dann auch Franz Dobler, der seine Gedichte spricht, singt und bisweilen auch schreit, eine Performance irgendwo zwischen Gil Scott-Heron und einem Koberer auf der Reeperbahn.
Steve Train & His Bad Habits sind ebenfalls in Augsburg bestens bekannt, die vermutlich sympathischste Rock'n'Roll-Formation der Stadt um Frontmann Steffen Zug stößt die Tür zum Westen noch ein bisschen weiter auf, mehr in Richtung Country und Americana, in die sich auch mal dunklere Töne mischen. Und während man bei den diversen personellen Überschneidungen leicht durcheinanderkommen kann, bleibt eine Sache immer gleich: Lou Thompson an der Gitarre bzw. Pedal Steel Guitar verlässt seinen Platz nur in der Pause und begleitet alle drei Acts.
Die Mischung aus Musik und Poesie passt wie die Schlägerei in den Saloon und das Publikum im randvollen Keller des Grandhotel wusste es zu schätzen, beim Singalong-Finale mit dem Gassenhauer "Rock Me Mama/Wagon Wheel" gab es kein Halten mehr.
Der Song steht emblematisch für den Abend: Als Outtake von Bob Dylans Sessions zu "Pat Garrett & Billy The Kid" wurde er von der Folk-Country-Gruppe Old Crow Medicine Show zu einem Hit der Szene, der sich sozusagen am Lagerfeuer hochgeschlafen hat und auf manchen Festivals sogar schon "verboten" ist – wer am Samstag auf dem Heimweg (und vermutlich auch noch am Sonntag) versucht hat, den Refrain wieder aus dem Ohr zu bekommen, weiß warum... (flo)
Fotos: Christian Menkel, mehr Bilder gibt's hier.






