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Vom Arzt empfohlen
Zum Glück gibt's noch Leute, die bei all dem Fußballwahnsinn nicht komplett den Kopf in den Rasen stecken. Als Alternativprogramm zum Spiel des FCA gegen Kloppos Kicker von der Merseyside lud Labelmacher Johnny 'Doc' Hanke am Donnerstag zum Konzert mit zwei "seiner" Bands im City Club. Im Gepäck hatte der hauptberufliche Arzt außerdem seine frisch erschienene Werkschau mit satten zwanzig Acts, die der Fulltime-Ehrenamtler in den fünf Jahren seit Gründung von "Off Label Records" veröffentlicht hat.
Steve Train & His Bad Habits muss man in Augsburg niemandem mehr vorstellen, das RnR-Country-60s-Sextett kommt immer besser ins Rollen und bringt mehr liebenswürdigen Spleen auf die Bühne als das komplette Orchester der "Muppet Show". Den Knaller gab's aber dann danach: Wäre der FCA so aufgetreten wie Alex Maiorano & The Black Tales, der FC Liverpool würde heute noch weinend durch die Arena irren.
Die traumhafte eingespielte Truppe aus der Bundeshauptstadt knallte ein Soulrockbrett hin, wie man es wirklich selten hört: Ein kaum zu bändigender Schlagzeuger und der perfekt swingend-treibende Bass, darüber eine Saxophonröhre, die jede Justizvollzugsanstalt zum Aufstand gebracht hätte, sowie – auch das gibt es – ein Gitarrist, der seine Axt in den Dienst des Waldes stellt, ohne groß am Solohobel zu hantieren. Insofern hatte die schüchterne junge Dame an den Tasten wenig Chancen, Sänger Alex dafür umso mehr. Auf so einem Soundfundament ist gut Frontmannsein, irgendwo zwischen Mick Jagger und Ian Svenonius. Noch ein bisschen dreckiger und aufgekratzter und Alex Maiorano & The Black Tales hätten ernsthaft am Thronsaal von The Make-Up anklopfen können.
Da war nicht nur der Papa stolz: Johnny Hanke stand glücklich schwitzend hinterm DJ-Pult und plant hoffentlich schon die nächsten Veröffentlichungen und Konzerte. Das Publikum im City Club ist auf jeden Fall wieder dabei, egal, wer gerade irgendwo 0:0 spielt... (flo)
Fotos: Eric Zwang Eriksson






