Nachgefragt - Der 1. Mai, Tag der Arbeit

Der 1. Mai, Tag der Arbeit. Eigentlich ein harmloses Datum, das aufgrund seines Ruhetags-Charakters so beliebt ist. Angefangen hat es aber mit einer Unruhe...

1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zur Durchsetzung des Achttundentages zum Generalstreik am 1. Mai auf. Bei einer Versammlung auf dem Haymarket in Chicago kam es zwischen den Demonstranten und der Polizei zu blutigen Auseinandersetzungen. Einige Organisatoren und Streikende bezahlten ihren Mut mit dem Leben. So wurde der 1. Mai der „Kampftag der Arbeiterbewegung“, erklärt Wikipedia die historischen Hintergründe.
Der 1. Mai wird in der heutigen Gesellschaft als Tag der Entspannung genutzt. So zeigt es sich zumindest in Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz. Hier stellt sich die Frage, ob sich die Menschen der Bedeutung bewusst sind und vor allem wieso jetzt plötzlich alle in den Mai tanzen wollen. Und der Maibaum? Was ist damit?

Wir wollten wissen, wie die Augsburger den 1. Mai wahrnehmen und welche Bedeutung das Datum für sie hat. Die Ergebnisse sind erstaunlich...

Gabriele (61)
Nun, ich verbinde mit dem ersten Mai den Tag der Arbeit. Das war damals für die Arbeitnehmer noch ein besonderer Tag, für den gekämpft wurde, für den Emotionen eingesetzt worden sind. Ob dies den Menschen bewusst ist, was das für eine Bedeutung trägt, kann ich schlecht beurteilen. Und der Maitanz hat eigentlich wenig damit zu tun, da es eine "Heidentradition" war. Am 30. April, am Tag der Hexen, wurde beispielsweise auf dem Blocksberg gefeiert, als Einstieg in den Frühling. Das hat mit dem Arbeitertag nichts zu tun, man versucht aber irgendwie die Verbindungen herzustellen.

Viktor (26)
Ich bin eigentlich froh, dass es den 1. Mai gibt., weil man sich von der Arbeit entspannen kann. Ist etwas relaxter, wenn man unter der Woche einen Tag frei hat. Ach ja, an dem Tag klaut man den Maibaum. Das ist auch eine gewisse Arbeit, dass man früher die Bäume geklaut oder gefällt hat. Damals hat man gesagt: Ja, jetzt brauchen wir irgendeinen Feiertag. Das waren die Baumfäller. So sehe ich das Ganze, sonst hätte es keinen Feiertag gegeben. Und der Maitanz ist dadurch bedingt, dass sie sich gefreut haben, eine Arbeit zu haben. Tanzen ist ein Zeichen der Freude.

Irmengart (38)
Am 1. Mai muss ich an den Tag der Arbeiter und die Gründung der Gewerkschaften denken. Allerdings hat das für die heutige Arbeitswelt wenig gebracht. Die großen Gewerkschaften erreichen schon einiges, aber das Problem der Ungerechtigkeit bleibt. Frauen werden immer noch schlechter bezahlt als Männer. Ich möchte auch die schlechtere Seite des ersten Mais ansprechen, denn es ist ein Tag, der von Hitler eingeführt wurde. Die Sozialdemokraten hätten es früher machen sollen.

Heinz (51)
Der 1. Mai ist ein schöner Feiertag, weil es eben ein Feiertag ist (lacht). Das ist eigentlich der Tag der Arbeit, was wiederum ein Paradoxum ist. Am Tag der Arbeit hat man frei, verrückt nicht? Soweit ich weiß, hat das mit der Arbeiterbewegung zu tun. Hier engagieren sich die Gewerkschaften stark und kümmern sich darum, dass es den Arbeitnehmern gut geht. Die Arbeit soll eben gewürdigt werden. Das ist die Tradition des 1. Mai. Mit dem Maitanz kommen wir aber zu der völlig anderen Geschichte. Da tanzt man beispielsweise den Winter weg.

Christina (33)
Der 1. Mai ist Tag der Arbeit, da wird die Arbeit gefeiert bzw. dass man arbeiten darf. Mehr kann ich nicht dazu sagen, aber über den Maitanz kann ich mehr erzählen. In dem Fall ist der vorige Tag, der 30. April, wichtiger. Mir fällt gerade die Hexenverbrennung ein. Am Abend werden die Hexen verurteilt und verbrannt.

Mario (43)
Der 1. Mai ist eigentlich ein kommunistischer Feiertag - Tag der Arbeit. Da werden die Arbeiter gewürdigt. Ich kann mir gut vorstellen, dass diesen Feiertag 80 % der Menschen nicht mit dem ursprünglichen Sinn, also mit der Arbeiterbewegung, verbinden können. Mit dem Maitanz kann ich mehr anfangen. Allerding ist das noch eine andere Geschichte. Das ist eine Maibegrüßung und ein Abschied vom Winter.

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