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„Die Große Methode“ – Brechtfestival 2025 vom 21.2. bis 2.3.
Diese Highlights solltet ihr nicht verpassen
Auf zum großen Showdown! Julian Warners drittes und letztes Brechtfestival-Programm haut nochmal ordentlich auf den Putz, mit abenteuerlichen, einmaligen Formaten, vielen „Firsts“, außergewöhnlichen Theaterprojekten, Lesungen, Konzerten und sehr, sehr viel Tanz. Ja, richtig, Tanz. Warner bereitet aus Brecht’scher Theorie einen Dancefloor für die ganze Stadt. Und das sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. Aber von vorne...
2023 feierte das Publikum die von Brechts epischem Theater inspirierte Wrestling-Show „Kampf um Augsburg“ völlig ab. Am 21.2. kommt sie als „Kampf um die Stadt“ zurück und lässt zum Festivalauftakt viele, viele Fäuste sprechen. Wieso? Egal ob in Augsburg, Paris, Tokio oder New York: Die Mieten sind zu hoch! Konzerne kaufen Häuser auf, Mietende werden vor die Tür gesetzt und aus ihren Quartieren verdrängt. Es dominiert das Recht des Stärkeren. Doch wer trägt Schuld an der Misere? Gierige Vermietende oder kaufkräftige Hipster? Untätige Politiker oder Drag Queens?
Einen Tag später (22.2.), feiert das Brechtfestival nicht nur die Brechtnacht in der Arena, sondern gemeinsam mit dem Staatstheater Augsburg auch eine Uraufführung. Sie trägt den erhellenden Titel „Deine Arbeit hasst Dich, weil sie dich nicht braucht“. Der Autor, Journalist und Übersetzer Dietmar Dath (der übrigens u.a. Chefredakteur der Musikzeitschrift Spex war) hat für die Produktion einen Text geschrieben, in dem er den KI-Hype, „new work“ und die gescheiterten Philosophien der Postmoderne in einem Lehrstück für das 21. Jahrhundert aufeinander krachen lässt.
Der Podcast der Rundfunkjournalistin Kristina Dumas „Liebe Tante Helli“ widmet sich am 23.2. einer weniger bekannten Person – Frank Banholzer, Bertolt Brechts Sohn mit seiner Jugendliebe Paula Banholzer. Wie viele uneheliche Kinder in jener Zeit wuchs er bei einer Pflegefamilie oder in Heimen auf. Im Hörstück geht es u.a. um das besondere Verhältnis, das Frank mit Brechts Ehefrau Helene Weigl (von Frank „Liebe Tante Helli“ genannt) und deren jüdischen Vater Siegfried Weigl verband, bis die Nationalsozialisten in Deutschland und Österreich an die Macht kamen.
Auch die szenische Collage „Brecht – Hikmet: Stimmen des Widerstands – Direniş Sesleri“ geht auf die Spurensuche einer weniger bekannten Verbindung – nämlich der von Brecht und dem türkischen Dichter und Dramatiker Nâzım Hikmet Ran. Mit einem eigens für das Brechtfestival zusammengestellten Ensemble entsteht am 23.2. ein Abend, der den literarischen Schlagabtausch zwischen Brecht und Hikmet sinnlich erlebbar macht.
Der Tanzmarathon „Die 48 Stunden von Augsburg“ von Julian Warner ist das Herzstück des Brechtfestivals 2025. Er vereint Theater, Tanz, Performance, (Live-) Musik, Show und Happening mit Augsburgs (Migrations-)Geschichte. Besucher:innen können jederzeit ohne Bewertung mittanzen, ihren Favoriten im Langstrecken-Wettbewerb zujubeln oder auf den Tribünen Platz nehmen und zuschauen. Sie können sich einzelne Teile rauspicken oder sich einfach durch Tag und Nacht treiben lassen. Die Rumpeljazzer der Münchner Band „Hochzeitskapelle“ um die Notwist-Acher-Brüder Micha und Markus geben sich als Show-Band und hauen Dreigroschen-Hits aufs Parket. Die aberwitzige Langzeit-Performance „Die 48 Stunden von Augsburg" beginnt am 28.2. um 20 Uhr in Brechts Kraftklub in einer eigens dort aufgebauten großen Tanz-Arena mit Zuschauerrängen und mehreren Bühnen. Zum Marathon gehören superviele, abwechslungsreiche Einzel-Events wie der Opernball des theter Ensembles , Kinderdisko, Tanzkaraoke oder die „City Club Night – Stop Making Sense“ mit erlesenen DJs – u.a. Djonni Laser – All night long!
Das Projekt von Festivalleiter Julian Warner und der Dramaturgin Veronika Maurer in Kooperation mit zahlreichen Augsburger Communities und Tanzgruppen steht in der Warner‘schen Tradition von Parade, Bert’s Birthday Bash, Turnfest und Kraftklub der letzten drei Jahre und dürfte ein ziemlich einmaliges Erlebnis werden. Bleibt abzuwarten, ob das Publikum die Einladung zum Tanz annimmt und für einen für Augsburg würdigen Kehraus sorgt. Hey Brechtstadt – ich glaube an Deine unverwüstlichen, weltoffenen, alles umarmenden Dance-Moves! Mehr unter: www.brechtfestival.de






