Flüchtlingsboot im Annahof - bitte einsteigen

Am Weltflüchtlingstag lädt Amnesty International in Kooperation mit Resqship, einem Verein für die zivile Seenotrettung, und weiteren Akteuren die Augsburger Bürger ein, aus Solidarität mit verzweifelten Asylsuchenden selbst ein Flüchtlingsboot zu besteigen. Dazu wird am 20. Juni im Annahof ein Original-Flüchtlingsboot aufgestellt. Auf dem etwa 11 x 3 Meter großen Boot haben bis zu 150 Menschen Platz. Die Aktion beginnt um 18 Uhr. Jeder ist willkommen, in das Boot zu steigen - um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Und dass man nicht wegschauen darf, solange das Sterben auf dem Mittelmeer weitergeht.

Die Aktion findet anlässlich der Finissage der Amnesty-Ausstellung „Wo sind sie? Kein Mensch verschwindet spurlos“ statt, die derzeit im Foyer das Annahofs zu sehen ist. In der Ausstellung geht es um das gewaltsame Verschwindenlassen von Menschen in Mexiko.
Die tödlichste Grenze der Welt: das Mittelmeer. Doch auch hier in Europa verschwinden Tausende von Menschen – an der tödlichsten Grenze der Welt: dem Mittelmeer. In den letzten vier Jahren starben allein zwischen Libyen und Italien über 14.000 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer. Unzählige sind spurlos verschwunden.

Friedrich Reich von Resqship war selbst schon bei Seenotrettungsaktionen auf dem Mittelmeer dabei und hat erlebt, wie die libysche Küstenwache die Boote der Hilfsorganisationen bei Rettungsaktionen hindert. Und damit billigend den Tod vieler Menschen in Kauf nimmt. Wer am 20. Juni ins Flüchtlingsboot im Annahof mit einsteigt, wird dort von Friedrich Reichs Erfahrungen hören. Außerdem werden die Teilnehmer der Aktion auch Berichte aus der Sicht von Betroffenen hören, wie sie die Flucht in solch einem Boot erlebt haben.

Ergänzend dazu bieten die Veranstalter Informationen zu Seenotrettung, sicheren Wegen für Flüchtlinge, den Schutz von Menschenrechten, Familiennachzug, die Notwendigkeit eines Einwanderungsgesetzes und die Vermeidung von Fluchtursachen. Neben Amnesty und Resqship sind auch Vertreter von der Diakonie Augsburg, Tür an Tür und der Werkstatt Solidarische Welt vor Ort. (pm/etz)

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