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"Ein strammer Zeitplan"
Ja, der Spruch ist abgedroschen, aber er trifft: Die Stadtwerke Augsburg geben Gas beim Gaswerk.
Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch im sogenannten Kühlerhaus stellte Projektleiter Hans Koch den aktuellen Stand vor: Nach einer Investition von 3,4 Millionen Euro ist das Gelände altlastenfrei, im Oktober 2015 (also einhundert Jahre nach Eröffnung des Gaswerks) fiel die Entscheidung im Stadtrat, die Brechtbühne umzusiedeln, und schon im Mai 2016 wurde der Bauantrag gestellt, das ehemalige Ofenhaus (links im Bild) dementsprechend umzurüsten.
Auch die Pläne für den Umzug des Kulturparks West nehmen sehr konkrete Formen an: An sechs "Spielorten" sollen 4000 Quadratmeter für Ateliers und Proberäume eingerichtet werden, u.a. ebenfalls im Ofenhaus sowie in den Neubauten für die Theaterwerkstätten. Als Baubeginn im Ofenhaus wird der Spätherbst 2016 angepeilt, bereits ein Jahr später sollen erste Mieter aus dem Kulturpark umziehen, für April 2018 ist geplant, die neue Brechtbühne ans Theater zu übergeben. "Ein strammer Zeitplan", so Koch, "aber es funktioniert alles sehr gut."
Da bekommt auch Kulturreferent Thomas Weitzel glänzende Augen, der das Gaswerk einerseits als neben der Theatersanierung prägendes Kulturprojekt der kommenden Jahre, andererseits als Paradebeispiel bezeichnete, "wie mit Kultur Stadtentwicklung betrieben werden kann". Das Gelände soll den Stadtteil Oberhausen aufwerten, mit Bärenkeller und Kriegshaber verbinden sowie die Lebensqualität im Augsburger Westen erhöhen.
Dass zur Lebensqualität in Deutschland auch immer das Auto gehört, hat in dem Fall sogar eine positive Folge. Als Abriegelung zum benachbarten Treibstofflager der Firma Sailer ersetzt das geplante Parkhaus mit rund 400 Stellplätzen eine Brandschutzmauer, hilft gleichzeitig bei der Finanzierung und ist natürlich auch für Theaterbesucher attraktiv.
Die Widerstände im Kulturpark West gegen den Umzug sind laut Barbara Friedrichs mittlerweile "sanft abgeflaut". Die Popkulturbeauftragte hat mit ihrem Kollegen Colin Martzy vom Wirtschaftsreferat in den letzten Monaten zahlreiche Beratungsgespräche geführt und kann neben einem geplanten Kaltmietpreis von 4,99 Euro pro Quadratmeter auch das Versprechen abgeben, dass "jeder aus der Sommestraße ein adäquates Angebot bekommen wird."
Die Stadtwerke rechnen momentan mit 12,5 Millionen Euro für den Umbau des Ofenhauses und vier Millionen für die Flächen, die der Kulturpark bekommen soll. Eine erste Einnahme brachte der Verkauf des Sailergeländes, der Rest soll aus Vermietungen kommen: Parkhaus, Ofenhaus, Flächen für Kulturpark, Kreativwirtschaft und Gastronomie, darunter auch der Liveclub Kantine, der ins Reinigergebäude ziehen könnte.
Womit wir beim einzigen Punkt wären, bei dem Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Fergg kurz die fröhliche Miene verliert: Mit einer Rendite rechnen die Stadtwerke erst "in ferner Zukunft". (flo)
Foto: swa/Thomas Hosemann






