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Zapfenstreich für Intoleranz

Stadtjugendring und DGB-Jugend starten Toleranz-Kampagne...

Im Februar 2017 startet der Augsburger Stadtjugendring (SJR) in Zusammenarbeit mit der DGB-Jugend eine große Kampagne, um die Toleranzbereitschaft in Augsburg zu fördern.

Idealerweise soll der Titel der Aktion "Zapfenstreich – Schluss mit Intoleranz" zum geflügelten Wort in Augsburg werden. Dreh- und Angelpunkt der Kampagne sind Kneipen, also der Ursprungsort der berühmtberüchtigten Stammtischparolen. Hier sollen die Wirte "für nicht tragbare Äußerungen und Handlungen ihrer Gäste sensibilisiert werden“. Und durch Poster, Aufkleber, Postkarten und Bierdeckel geht die Botschaft an die Besucher: "Hier kannst du dich aufhalten, ohne Diskriminierung ausgesetzt zu sein." Interessierte Wirte können sich beim Stadtjugendring melden, wenn sie Teil der Kampagne werden wollen.

Nun dürfte sich der ein oder andere wundern, warum dafür ausgerechnet ein Begriff aus dem militärischen Sprachgebrauch ausgesucht wurde, doch mit einem Blick aufs Logo erschließt sich der Zusammenhang zum Augsburger Wahrzeichen, der Zirbelnuss: "Wir wollten ein Symbol, mit dem sich Augsburg identifizieren kann", erklärt der SJR-Vorsitzende Franz Schenck (Foto). Es soll aber keine "Gutmenschenkampagne" werden. "Wir wollen nicht jede Aussage unter Strafe stellen, sondern einen Dialog anregen", so Schenck.

"Die Kampagne richtet sich vorwiegend gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und Islamophobie. Diese stehen stellvertretend für sämtliche Formen von Diskriminierung“, so der Stadtjugendring. Die Ziele sind demnach: intolerante Aussagen/Handlungen unterbinden, eine Diskussion in der Öffentlichkeit anregen und die Aufmerksamkeit und das Gespür für nicht tragbare Aussagen schärfen. Vorbild sind Aktionen wie "Kein Bier für Nazis" in Regensburg, Ulm oder München.

Fünf Veranstaltungen im Februar

Um der Aktion den entsprechenden Inhalt zu geben, finden im Startmonat Februar mehrere Veranstaltungen statt. Den Anfang bilden Besuche bei zwei Spielen der Augsburger Panther am 03. und 05.02., bei denen Teilnehmer in der „Selfie-Stage“ Fotos von sich machen können. Die auf Facebook geposteten Bilder werden während der Heimspiele gegen Berlin und Nürnberg auf dem Videowürfel gezeigt, zusätzlich zum Einspieler „Panther@Zapfenstreich“ .

Am 06.02. gastiert das von den Kültürtagen bekannte Augsburger Multikulti-Comedytheater "Döner mit Sauerkraut" in der Kresslesmühle. Slammaster Horst Thieme präsentiert am 16.02. (ursprünglich 09.02.) den "Toleranz-Poetryslam" im Striese mit geladenen Autoren und Teilnehmern aus Augsburg. Richtig handfest wird es am 13.02. im Rheingold beim "Argumentationstraining gegen Stammtischparolen" mit Christian Boeser von der Uni Augsburg. Am 20.02. berichtet Felix Benneckenstein im Weißen Lamm von seinem Ausstieg aus der Neonaziszene. Dazu liefert Sebastian Lipp von der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus einen Bericht über die Situation in Augsburg.

Das große Ziel der Aktion ist, den Slogan "Zapfenstreich – Schluss mit Intoleranz" in den Wortschatz der Augsburger einfließen zu lassen und nicht zuletzt auch zur positiven Außenwirkung der Stadt beizutragen. "Wir wollen so viele Läden wie möglich erreichen, die mit dem Zapfenstreich-Schild an der Tür klar Farbe bekennen", so Schenck. Und Kollege Keilholz verweist auf das ganz große Ziel, das Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe bereits vor rund zweihundert Jahren formuliert hat: "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen." (flo)

Termine:
06.02., 20 Uhr, Kresslesmühle: „Döner mit Sauerkraut“
13.02., 18 Uhr, Rheingold: Argumentationstraining gegen Stammtischparolen
16.02., 20 Uhr, Striese: Toleranz-Poetryslam mit Horst Thieme
20.02., 19 Uhr, Beim weißen Lamm: „Mein Ausstieg aus der Rechtenszene - Ein Ex-Nazi berichtet“
Die Veranstaltungen sind kostenlos.

Kontakt:
Andreas Keilholz - Zapfenstreich-Office
Tel.: 0821-450 26 60
E-Mail: a.keilholz@sjr-a.de
facebook.com/zapfenstreichaugsburg

Foto: Andreas Keilholz

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